Konzertlesung in der Freizeitstätte Garath: Sekt oder Selters, Herr Falk?

Der in Urdenbach lebende Musikproduzent und Professor an der Düsseldorfer Robert-Schumann-Hochschule stellt seine Memoiren am Mittwoch in der Freizeitstätte vor. Wir sprachen mit ihm über seine Vorlieben.

Dieter Falk ist Musikproduzent, Keyboarder, Arrangeur und Komponist. Unter anderem hat er ab 1990 die Band Pur produziert. Aktuell hat der 59-Jährige, der am 5. Dezember 60 wird, an der Robert-Schumann-Hochschule eine Professur mit den Schwerpunkten Musikproduktion und Populargesang. Jetzt gerade sind seine Memoiren herausgekommen,. In „Backstage“ erzählt er Geschichten aus seinem bewegten Musikerleben. Aktuell ist er mit seinem Werk auf Lesereise; nach seiner Geburtsstadt Siegen, wo die Premiere war, ist seine nächste Station am Mittwoch die Freizeitstätte in Garath. Wir haben uns mit ihm zum Entweder-oder-Interview getroffen.

Herr Falk, Sekt oder Selters?

Falk Ich mag beides, aber derzeit viel Selters still, weil ich seit einem halben Jahr der Gesundheit wegen versuche, nur noch einmal pro Woche Alkohol zu trinken.

Pils oder Alt?

Falk Am liebsten ein Glas Weißwein, aber wenn ich mit Freunden in der Altstadt bin, trinke ich natürlich ein Alt. Allerdings habe ich in Köln studiert . ...

Bücher lesen oder doch selber schreiben?

Falk 59 Jahre meines Lebens habe ich nur gelesen, naja, das ist natürlich übertrieben, am Anfang waren es nur Bilderbücher. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, bis mich drei Verlage angeschrieben haben, ob ich zu meinem 60. Geburtstag nicht meine Memoiren schreiben möchte. Ich bin eine Leseratte, vor allem mag ich skandinavische Krimis von Autoren wie Jo Nesbo und Jussi Adler-Olsen. Sie sind alle ein bisschen düster, so wie das skandinavische Wetter.

Kö oder Kämpe?

Falk Wir wohnen ja zwei Minuten von der Kämpe entfernt, und auch wenn es spießig sein mag, lieben wir es, durch die Kämpe zu spazieren. Das ist eine tolle Landschaft. Allerdings bin ich da beim Joggen auch schon von einem Hund gebissen worden. Und ja, auf der Kö trifft man mich auch schon mal.

Pur oder die Rolling Stones?

Falk Bevor ich auf einem Pur-Konzert war, hatte ich mir nie vorstellen können, deutschsprachige Musik zu produzieren. Aber die machen das großartig. Musikalisch mag ich eher die Beatles, die ihre Songs toll komponiert haben, Earth, Wind and Fire und Elton John. Aber es war auch ein unglaubliches Gefühl, Daliah Lavi zu produzieren, in die war ich nämlich als Jugendlicher verliebt.

Plattenspieler oder Musik im Internet streamen?

Falk Das wäre ein abendfüllendes Thema. Musik ist leider wertlos geworden. 0,003 Cent bekommt ein Künstler im Bestfall für einen Spotify-Stream. Das ist ungefähr so, als würden Sie beim Bäcker einen Cent für ein Brötchen zahlen. Für Adele und Coldplay aufgrund der Masse vielleicht ein kleineres Problem. Für meine Studierenden – also die Musikproduzenten von morgen – eine Existenzfrage. Ich höre viel CDs, bin aber auch Abonnent des Streamingdienstes Spotify. Wenn mir meine Studenten sagen, dass ich mir mal Songs anhören soll, dann mache ich das darüber.

Klavier oder Geige?

Falk Ich habe als Kind mit sechs Jahren angefangen, Klavier zu spielen und dann mit elf Geige gelernt. Andersrum wäre es für Geige einfacher gewesen. Später dann auch noch Saxophon; das macht es für mich einfacher, Bläser und Streicher zu arrangieren. Aber meine Liebe gilt dem Klavier.

Schnittblumen oder Topfpflanzen?

Falk In dem Punkt brauche ich Veränderung. Ein Bund Tulpen gekauft, mit dem Messer gekürzt und ab in die Vase. Topfpflanzen finde ich langweilig und auch wenn wir ein kleines Stück Garten am Haus haben, ist Gartenarbeit nichts für mich.

Kochen oder Essen gehen?

Falk In den letzten Monaten der Schwangerschaft meiner Frau mit unseren beiden Söhnen musste sie liegen. Da hab ich mit dem Kochen begonnen, die Sendung von Alfred Biolek war mir damals eine große Hilfe. Kochen ist für mich Entspannung. Heute schaue ich oft im Kühlschrank nach, was noch da ist, und koche einfach drauflos.

Fahrstuhl oder Treppe? Wobei ich die Frage selbst beantworten könnte, da ich im Büro gehört habe, wie Sie das Treppenhaus hochgesprintet sind ...

Falk Ich brauche Bewegung. Vor Auftritten lade ich auch immer alleine das Auto voll. Ich sitze so viel am Rechner, dass ich mich über jede Bewegung freue.

Meer oder Berge?

FalK Eigentlich hat mich erst meine Frau dazu überredet, ans Meer zu fahren. Vor allem Holland mögen wir. Früher waren wir oft in Bergen aan Zee, weil wir da ein Häuschen hatten. Heute variieren wir.

Fernsehen oder Kino?

Falk Uns hat auch das Netflix-Virus erwischt. Meine Frau und ich haben die Serie „The Crown“ für uns entdeckt. Da kann es sein, dass wir schonmal mehrere Folgen hintereinander schauen. Aber auch ins Kino gehe ich gern, zuletzt war ich in „Bohemian Rhapsody“, ein super Film.

Jetzt zu Ihrem Auftritt am Mittwoch. Was erwartet die Zuschauer ?

Falk Es wird eine Konzertlesung. In meinem Buch erzähle ich viele Anekdoten aus meiner langen Karriere. Es gibt auch Musik; mein Sohn Max begleitet mich am Schlagzeug. Und natürlich wird viel gelacht werden.

Gibt es Punkte, die Sie ansprechen, die es bei Ihrer Premiere in Siegen nicht zu hören gab?

Falk Wenn ich in Düsseldorf einen Auftritt habe, dann kann und will ich das Thema mit dem Stress um die Fortsetzung meiner Professur nicht umgehen. Natürlich freue ich mich über das Happy End aufgrund des Engagements von Thomas Geisel und der Sponsoren, aber die ganze langwierige Diskussion war für mich absolut unangenehm. Wenn in der Öffentlichkeit über das eigene Gehalt diskutiert wird und eine vermeintlich Parteinähe meinerseits zur ablehnenden Haltung der Ampelkoalition führt, dann war ich plötzlich da, wo ich nie hin wollte: In den Mühlen der Politik. Wenn es also um meine Biografie geht, kann ich an diesem Düsseldorfer Thema  nicht vorbeigehen.“

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