Garath: Schützen feiern auch ohne Parade

Garath: Schützen feiern auch ohne Parade

Das Garather Schützenfest fand wegen des Regens gestern im Zelt statt. Das Schülerkönigspaar Lucas und Jenny hatte trotzdem Spaß.

Dichte graue Regenschleier umhüllen die blinkenden Lichter der Fahrgeschäfte auf dem Garather Schützenplatz. Schlagerlieder über sonnige Südseeinseln und weißen Strand, die aus den Lautsprechern schallen, werden vom prasselnden Regen übertönt. Geplant war das nicht so. Der Höhepunkt des Garather Schützenfestes, die große Festparade, wird wegen des Regenwetters abgesagt.

Lucas Schlotter und Jenny Berger schauen ratlos in den grauen Himmel. Für das Schülerkönigspaar des Vereins ist das schlechte Wetter besonders schade: "Wir hatten uns schon sehr auf die Kutschfahrt während des Umzuges gefreut", sagt Lucas. Der 16-Jährige ist in dem Verein dabei, seit er denken kann: "Ich bin schon als Dreijähriger auf den Umzügen mitgelaufen." Mit sechs Jahren sei er offiziell in den Verein eingetreten - jüngere Mitglieder erlaube die Satzung nicht. Inzwischen spielt er im Spielmannszug auf der Trommel und engagiert sich in der Vereinsjugend. "Natürlich habe ich immer versucht, Schülerkönig zu werden", erzählt Luca, der das Schießen im vergangenen Jahr schließlich gewann. "Wir haben alle mitgefiebert und uns sehr gefreut", erinnert sich die Schülerkönigin Jenny. Sie ist als Freundin von Lucas in das Amt gekommen, Mitglied im Schützenverein ist sie bislang nicht.

Dass in diesem Jahr kein Schützenumzug stattfinde, sei außergewöhnlich, betont der zweite Vorsitzende Horst Schlotter: "Seitdem ich Mitglied des Vereins bin, wurde der Umzug erst ein Mal wegen des Wetters abgesagt." Der Vater von Schülerkönig Lucas ist seit seinem zwölften Lebensjahr im Garather Verein. Seine Erfahrung kommt ihm heute zugute. "Wir machen das Beste aus der Situation. Wenn das Wetter nicht mitspielt, dann feiern wir eben drinnen", versichert er und führt eine lange Liste an Punkten auf, die spontan neu organisiert werden mussten. "Wir verlagern unser Programm heute ins Schützenzelt", erklärt er. Viele Kosten für den geplanten Umzug fielen allerdings trotzdem an.

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Seit Freitag feiern die Garather Schützen ihr 50. Volksfest. Ein Frühlingsfest leitete die Feierlichkeiten am Freitag ein, Samstag standen ein ökumenischer Gottesdienst und die Vorführung der Jungschützen auf dem Programm. Am morgigen Dienstag wird das Schützenfest mit dem Krönungsball enden. Lucas freut sich immer auf das Fest: "Die Schützen sind eine schöne Gemeinschaft, in der wir uns gut untereinander kennen." Vater Schlotter nickt: "Der Verein verbindet! Egal ob jung oder alt, hier entstehen viele Freundschaften." Dass auch Nicht-Schützen im Festzelt willkommen sind, betont Sohn Lucas: "Ich habe auch meine Freunde eingeladen, dass sie vorbeikommen können. Das Zelt ist für alle Bürger offen."

Lucas und Jenny denken schon ans kommende Jahr: "Ich würde gerne Jungschützenkönig werden", berichtet der amtierende Schülerkönig. Anders als er, dürfe sich der Jungschützenkönig an den Paraden anderer Vereine beteiligen und deren Krönungsbälle besuchen. Im diesjährigen Schießen konnte er sich jedoch nicht gegen die Mitbewerber durchsetzen. Freundin Jenny spielt mit dem Gedanken, auch in den Verein einzutreten: "Ich würde sehr gerne die Trommel im Spielmannszug spielen", erzählt sie.

(RP)