Garath : Reise ins verwunschene "Garathien"

13 Kinder aus drei Grundschulen haben in einem Projekt der Garather Schultüte mit der Freizeitstätte und der Tonhalle ein Stück mit viel Musik und Tanz auf die Bühne gebracht. Das führten sie gestern vor ihren Mitschülern auf.

Hübsche Prinzessinnen in tollen Kostümen, Frosch Frobbi, ein Einhorn und mutige Ninjas mit mächtigen Schwertern erobern die Bühne des Arena-Saales in der Freizeitstätte. Sie bestehen gefährliche Abenteuer, kämpfen gegen den bösen Kalox, der bedrohlich Spinnen und bösartige Winde schickt. Am Ende landen sie wieder glücklich in ihrem friedlichen Land. Stephanie Riemenschneider, Konzertpädagogin der Tonhalle, agiert als Vorleserin der Geschichte von "Niojaneiro, einem Teil des Landes Garathien".

Die Kinder des Projektes "Garather Schultüte" waren für ihr Märchen wochenlang kreativ unterwegs. Ihre Klassenkameraden, die Erstklässler der drei Garather Grundschulen, lassen sich begeistert von ihnen in das Märchenland entführen. "Seit Februar haben wir uns einmal wöchentlich eine Stunde lang getroffen. Die Kinder waren super erfinderisch", sagt Theaterpädagogin Anna Beetz zur Entstehung der Geschichte.

13 unterschiedliche Temperamente "unter einen Hut" zu bringen, das sei die Herausforderung gewesen. "Die Kreativität ging in sämtliche Richtungen", erzählt Beetz lachend. Da fliege eine Stunde wie im Zeitraffer vorüber. Die Kinder schlüpfen selbstbewusst in ihre Rollen und lassen begeistert ihre fantastische Welt lebendig werden - in prächtigen Kostümen. Kreationen aus Tüll, Krönchen, Schleier, glänzende Kleider und riesige Schwerter schuf Linda Lee, die Leiterin des Projektes "Garather Schultüte". Musik gehört unbedingt und mächtig dazu. Temperamentvolle Bewegungslieder - ganz nach dem Geschmack der Kinder - wechseln mit stimmungsvollen instrumentalen Stücken und Liedern, gesungen von Musikerin Arezoo Rezvani, ab. Nach der Aufführung geht alles ganz fix.

Anastasia ist aus der Fantasiewelt und ihrem Frobbi-Kostüm wieder in den Alltag geschlüpft. "Das war gut. Ich bin zufrieden mit meiner Rolle", meint das Mädchen. "Beim Verteilen der Rollen war alles ganz klar, wir hatten keine Probleme", erklärt Anne Beetz lachend. Eine Herausforderung sei hingegen das Bündeln der kreativen Einfälle gewesen. Die Geschichte erarbeiteten sich die Kinder über das Malen. Zwischendurch wurde getobt, dann klappte es auch wieder mit der Konzentration. "Außerdem mussten sie sich erst einmal kennenlernen, um Vertrauen zu fassen und sich wohlzufühlen", zeigt Anne Beetz den Weg vom ersten Treffen hin zur Vorstellung auf.

Das musikalische Quartett - drei freischaffende Musiker und eine Musikerin - hat sichtlich Freude an der Aufführung. "Wir kooperieren jetzt das zweite Jahr mit der Freizeitstätte, das ist toll", sagt Stephanie Riemenschneider von der Tonhalle. Sie strebt eine längerfristige Beziehung an. "Wir gehen in die Stadtteile zu den Menschen, die nicht automatisch in die Konzerthalle kommen", erklärt die Konzertpädagogin. Lust auf Musik machen und die Scheu vor Konzerten nehmen, das ist ihr wichtig. Die Kombination aus Theater, Bewegung und Musik zum Träumen ist gelungen, darin sind sich Kinder und Kooperationspartner einig. "Ich bin fröhlich und habe Mut" klang es auf Persisch zum Abschluss.

(bgw)
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