Kunstaktion der Alfred-Herrhausen-Schule in Garath

Kunstaktion in Garath : Sternenhimmel am Trafo-Häuschen

Schüler der Alfred-Herrhausen-Schule gestalten beim Projekt Garath 2.0 Objekte im öffentlichen Raum neu. Am Montag bekam das Trafo-Häuschen vor der Freitzeitstätte einen künstlerischen Anstrich.

Fleißig rühren die sechs Jungs in den verschiedenen Farbeimern. „Da muss mehr Flüssigkeit rein“, sagt Winfried Lucassen. Der Kunstlehrer an der Alfred-Herrhausen-Schule hat die Aufsicht übernommen. Seit Jahren arbeitet er mit Schülern an Flächen im öffentlichen Raum – vorwiegend in Garath. So ist das Graffito vor einigen Jahren an der Frankfurter Straße entstanden. So leuchten die Stelen in Rot und Gelb in der Fußgängerzone. Und am Montag war das Trafohaus vor der Freizeitstätte an der Reihe.

Sechs Schüler der Projektgruppe dürfen den Trafo gestalten. Rund um das Häuschen sind erst einmal Filzdecken gelegt worden. Denn die Sechs werden nicht nur malen, sondern auch spritzen. Während Leonardo noch kräftig im Eimer mit dunkelblauer Farbe rührt, möchte Pascal schon mit dem Putzwerfer arbeiten.

„Langsam“, sagt Pädagoge Lucassen und mahnt, „eins nach dem anderen“. Denn es gibt ein Modell, an das sich die Schüler schließlich halten sollen. Wenigstens einigermaßen. Dieses Modell hat der 13 Jahre alte René entworfen. Es ist eines von zehn Modellen, die die Schüler in ihrer Projektgruppe gestaltet haben. Das Thema lautete „Energie“, schließlich hat der Trafo mit Energie zu tun. Die Schüler sollten zeigen, was in einem Häuschen so alles drinsteckt.

Und diese zehn Modelle haben die Mitglieder der zuständigen Bezirksvertretung 10 und Vertreter der Stadtwerke begutachtet und sich für das Modell von René entschieden. Die Verschönerung des Trafo-Häuschen geschieht im Rahmen des Projektes Garath 2.0, um den Stadtteil attraktiver zu gestalten. Für die Arbeiten hat der Kunstlehrer zwei Tage anberaumt. Doch die Arbeiten gehen zügig voran.

Schon zwei Stunden später sieht das Mini-Gebäude vor der Freizeitstätte wie ein Sternenhimmel aus. Weiße und hellblaue Spritzer sowie Punkte in gleicher Farbe leuchten schon aus der Ferne. Pascal hat den Putzwerfer zweckentfremdet und Farbspritzer an die Wand geworfen. Er ist mit seiner Arbeit sichtlich zufrieden. Das gilt auch für den Künstler René, dessen Entwurf inzwischen mit dem, was jetzt vor der Freizeitstätte steht, eher verwandt ist. Denn das Trafogebäude hat noch mehr Farbe bekommen.

Das haben sich die Jungs so gewünscht. Denn der Original-Entwurf war nicht unbedingt der Favorit aller teilnehmenden Nachwuchskünstler. „Ist schon okay“, sagt er elfjährige Pascal, der eigentlich eine pinke Variante bevorzugte.

Doch die vorbeiziehenden Passanten sind voll des Lobes und finden die Aktion gelungen. „Viel besser als der graue Kasten“, sagt eine ältere Dame.

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