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Künstler-Duo Scheibe und Güntzel arbeitet am Wittenberger Weg in Garath

Kunst-Projekt : Mit der Maske durchs Viertel

Die Künstler Jan Philip Scheibe und Swaantje Güntzel leben und arbeiten als Stipendiaten am Wittenberger Weg. Sie verarbeiten das Viertel und die Menschen in ihren Werken. Am Montag erzählen sie von ihren Erlebnissen.

Mit den neugierigen Augen von Künstlern gesehen, bietet die Garather Siedlung Wittenberger Weg ungleich mehr als der flüchtige Blick, der zudem durch jahrzehntealte Vorurteile verengte wurde. Wer mehr über die Siedlung, ihre Geschichte und ihre Menschen erfahren möchte, ist am Montag, 3. Dezember, um 19.30 Uhr zu einem Leseabend in die Offene Tür, Wittenberger Weg 108, eingeladen. Jan Philip Scheibe, Hälfte des Künstlerpaars Scheibe & Güntzel, wird dann erlebte Geschichten und Reflexionen über das Leben vor Ort lesen. Am Dienstag, 5. Dezember, findet um 19.30 Uhr eine weitere Lesung mit zusätzlichen Beiträgen, unter anderem von Ricardo Basbaum, Ruppe Kosseleck, Natalie Dimic und Ute Reeh, im Nachtfoyer der Kunsthalle am Grabbeplatz statt.

In diesem Jahr bezogen Jan Philip Scheibe und Swaantje Güntzel als Stipendiaten des Zentrums für Peripherie und des Projekts „Artist im Wittenberger Weg“ eine Residenz-Wohnung am Wittenberger Weg. „Ziel des interdisziplinär angelegten Stipendiums ist es, mit Prozessen arbeitenden Künstlern in Garath neue Freiräume für die kreative Entwicklung ihrer Arbeit zu geben, Menschen sowie den Ort miteinzubeziehen“, so Ute Reeh, Initiatorin des Zentrums für Peripherie. „Swaantje und ich arbeiten schon länger erfolgreich zusammen, beide haben wir uns in unserem künstlerischen Arbeiten auf Landschaften und Natur und auf die Entwicklung vom kultivierten Boden zur Kultur  konzentriert“, sagt Jan Philip Scheibe.

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Mit ihrem Projekt „Preserved – Die Siedlung und das Wachstum von nutzbaren Pflanzen“ war das Künstlerpaar insbesondere in Skandinavien unterwegs. Sie kamen nicht unvorbereitet an den Wittenberger Weg. Umfangreiche Recherchen förderten zutage, dass die Siedlung auf fruchtbarem Schwemmland, das ertragreiches Bauernland war, errichtet wurde. „Damals ging es den Bauern auf ihren Waldhöfen gut“, erklärt Scheibe, den jetzt interessiert hat, wie die Anwohner mit ihren Gärten und Anlagen umgehen. „So hat eine Bewohnerin aus Kasachstan die fast vergessene Selbstversorger-Kultur wiederbelebt, es gibt Gärten da wachsen Grünkohl und sogar Wassermelonen, auch gibt es ein kleines Maisfeld“, schwärmt der Künstler.

Die Nachbarn haben das Wirken der künstlerisch tätigen neuen Bewohner mit Neugier verfolgt. Um sich vorzustellen und um auf das Projekt aufmerksam zu machen, ist Scheibe mit einer Ochsenmaske auf dem Kopf durch die Nachbarschaft gelaufen. „Insbesondere die Kinder haben super reagiert, am nächsten Tag war die Aktion allgemein Thema und auch immer wieder Anknüpfungspunkt für ein Gespräch“, sagt Scheibe, der sich oft abends hinsetzt hat, um „das Schöne und auch nicht so Schöne in poetische Worte“ zu fassen. „Seine Geschichten sind das Resultat des Lebens vor Ort und sollen als erster Band eines auf zehn Bände angelegten Kompendiums das Projekt insgesamt begleiten, dokumentieren sowie theoretisch und künstlerisch weiterdenken“, sagt Ute Reeh. Das Projekt wird vom Kulturamt der Stadt, der städtischen Wohnungsbaugesellschaft sowie vom Jugendamt der Stadt gefördert.

Weitere Informationen im Internet unter www.zentrum-fuer-peripherie.org sowie unter www.schulkunst.org