Garath: Junggesellenabschied in der Backstube

Garath : Junggesellenabschied in der Backstube

Die Konditoren des Cupcake-Cafés "Sugarbird" bringen in der Garather Backstube Interessierten an den Wochenenden in Kursen bei, wie sie die Törtchen ansprechend verzieren.

Ganz vorsichtig platziert Marina Rajcic das Marzipan-Krönchen auf der Buttercreme. Mit einem kleinen Pinsel verteilt sie etwas Eiweiß auf den Spitzen der Kronen und platziert einzeln die kleinen Perlen darauf. Dafür ist Fingerspitzengefühl gefragt. Nur wenige Stunden zuvor hatte Marina Rajcic noch keine Ahnung, dass sie bald in einer Backstube in Garath stehen und Cupcakes verzieren würde. "Ich dachte eigentlich, ich würde heute mit meiner Schwester shoppen gehen", sagt die Essenerin lachend. Doch daraus wurde nichts. Ihre Schwester Miriam Happe hatte hinter ihrem Rücken ihren Junggesellinnen-Abschied organisiert: einen Workshop in der Backstube von "Sugarbird", Düsseldorfs erstem Cupcake-Café.

"Marina backt sehr gerne und hat mir schon mal begeistert von ihrem Besuch in dem Café erzählt. Daher bin ich auf die Idee gekommen, ihr einen Kursus mit ihren Freundinnen zu organisieren", erzählt Happe. Die machen alle voller Eifer mit: Schnell entstehen unter der Anleitung von Konditor Bernd Meyer wahre Kunstwerke auf den kleinen Torten - mit farbenfrohen Motiven aus Marzipan und Fondant, unzähligen Zuckerperlen und jeder Menge essbarem Glitter.

Für Sugarbird-Inhaberin Annette Rosa Marques geht mit den Workshops ein weiterer Traum in Erfüllung. Bei einem Auslandsaufenthalt in England hatte sie vor einigen Jahren Cupcake-Cafés für sich entdeckt und nach ihrer Rückkehr angefangen, Familie und Freunde mit selbstgebackenen und dekorierten Törtchen zu versorgen.

"Als ich schließlich für die Hochzeit einer Freundin die Torte aus Cupcakes gestaltet habe, war die Resonanz so positiv, dass ich mich entschieden habe, daraus eine Geschäftsidee zu machen." Ein radikale Veränderung für Marques, die als promovierte Germanistin zuvor unter anderem als Online-Redakteurin eines großen Konzerns und in der Marktforschung gearbeitet hatte. Zunächst buk sie selbst und belieferte Veranstaltungen, 2009 eröffnete sie das erste Café an der Rethelstraße. Inzwischen sind zwei weitere Cafés hinzugekommen: an der Heinrich-Heine-Allee und in Dormagen und sie hat gelernte Konditoren angestellt.

Seit Januar werden die Cafés von der Backstube in Garath aus beliefert. "Da diese wesentlich größer ist als die Vorherige, können wir nun auch Workshops für unsere Kunden anbieten", sagt sie. Die Interessenten melden sich für feste Kurstermine an oder kommen als Gruppe nach Vereinbarung - egal, ob Geburtstag, Firmenveranstaltung oder Junggesellenabschied. Marques: "Der Anteil der Frauen ist allerdings sehr hoch." Ebenso hoch ist auch der Anteil der Farbe Pink: Bei den Schürzen, bei der Wandfarbe, bei der Farbe der Buttercreme.

Konditor und Backstubenleiter Bernd Meyer ist an diesem Tag der Hahn im Korb. Normalerweise backt er, entwickelt neue Deko-Ideen oder Motive für Firmenkunden. Inzwischen ist er auch Kursleiter. "Ich habe sonst nicht viel Kundenkontakt und finde es toll, meine Erfahrungen weitergeben zu können."

Marina Rajcic freut sich über die Tipps des Profis - zum Beispiel, dass die Perlen durch das Eiweiß besser halten. "Hier habe ich so viel mehr Equipment zur Auswahl als zu Hause, das ist wirklich toll." Nach so viel Dekorieren bekommen die Frauen Hunger. Trotzdem trauen sie sich kaum, in die Cupcakes zu beißen - dafür sehen sie eigentlich zu hübsch aus.

(arm)
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