Hitze und Trockenheit bedroht Bäume in Garath

Waldsterben im Düsseldorfer Süden : Sorge um Weiden und Weihnachtsbäume

Das Klima macht dem Garather Wald zu schaffen. Die Fichten sind zu zwei Drittel abgestorben, bei Schloss Garath musste eine Weide zurückgeschnitten werden. Auch die Weihnachtsbäume bereiten dem Förster Sorgen.

Sie war das Wahrzeichen auf dem Gutshof Schloss Garath. Die imposante Trauerweide auf der Pferdekoppel, gleich am Eingang. Doch jetzt ist nur noch ein trauriger Baumstamm mit ein paar Ästen zu sehen. „Wir haben alles zurückgeschnitten“, sagt Dankwart von Dörnberg. Die Hälfte der Krone sei schon abgestorben gewesen. Jetzt hat der Verwalter des Gutshofs die Hoffnung, dass sich die Trauerweide erholt.

Eine Hoffnung, die es im Burgdorff’schen Forst nicht für die anderen Bäume gibt. Besonders die alten Fichten sind betroffen. Viele sind nur noch graue Bäume mit grauen Nadeln, wenn sie nicht schon längst entsorgt sind.

Borkenkäfer und die trockene Hitze seien die Ursache, sagt von Dörnberg. Normalerweise ist der Borkenkäfer kein Problem. Vitale Bäume schließen die Eier mit ihrem Harz ein, sodass die Käfer nicht schlüpfen können. Aber durch die Trockenheit konnten die Bäume kein Harz produzieren, und der Borkenkäfer legte gleich mehrfach im Jahr seine Eier in den Baumrinden, sodass die Käfer schlüpfen konnten, sich rasch vermehrten „und den Baum kaputt machen. Und dies schon im zweiten Jahr. Eine Katastrophe“, sagt von Dörnberg. Der Bestand sei nicht zu retten. Vergangenes Jahr waren es 2000 Fichten, die er abholzen musste. 2000 Kubikmeter Holz habe er schon in diesem Jahr geschlagen – rund 6000 Bäume im Alter von 30 bis 70 Jahren. Das sind zwei Drittel seines Bestands. „Und der Rest ist auch betroffen.“ Ratlosigkeit bei dem sonst so optimistischen Förster. Ihm bleibe nichts anderes übrig, als neu zu pflanzen – andere Baumarten.

Und das ist noch nicht alles. Bei einem Rundgang durch den Forst sieht man deutlich, dass auch die Buchen erkrankt sind, Geäst und trockenes Blattwerk besitzen die alten Bäume nur noch minimal in der Krone. „Sonnenbrand“ sei das, die Rinde sei zu sehr erhitzt worden und gerissen, und ein Pilz sei eingedrungen.

Auch für die rund 120 Jahre alten Eichen sieht von Dörnberg schwarz. „Das feine Astwerk stirbt ab. Die Eiche trocknet ein“, erklärt er.

Also muss in vielen Teilen des Waldes abgeholzt werden. Holz, das von schlechter Qualität, „höchstens C-Ware ist“, sagt von Dörnberg. Und da er nicht der Einzige ist, der das Holz verkaufen will, wird es noch schlimmer. Denn die Sägewerke und Lager sind voll. Von Dörnberg spricht von Balkenwaren, die höchstens als Holzschnitzel oder zu Paletten verarbeitet werden können. Das Käfer-Holz kann in der Bau- und Papierindustrie nur noch eingeschränkt Verwendung finden. Mit dem Überschuss wisse man nicht mehr wohin.

Blieben dann noch die Tannen, die Weihnachtsbäume, die von Dörnberg in der Adventszeit verkauft. Sie sind in der Regel nicht betroffen, jedenfalls nicht die, die in diesem Jahr zum Verkauf stehen und rund sieben Jahre alt oder älter sind. Ab einer Größe von einem Meter können sie als Tiefwurzler weit genug in den Boden gelangen, um noch ausreichend Feuchtigkeit zu ziehen.

Anders bei den Setzlingen: 95 Prozent des Bestandes, den er in diesem Jahr gepflanzt hat, ist wegen der Trockenheit abgestorben. Und dies bereits im zweiten Jahr. Das Feld sieht wie eine Brache aus. Und die kleinen Tannen sind an der Schattenseite sattgrün, und wo die Sonne auf sie geschienen hat, braun und verbrannt. Daher sind auch bei den so beliebten Weihnachtsbäumen aus Garath in Zukunft Ausfälle zu erwarten.

Hitze und Trockenheit haben die Bäume im Garather Wald geschwächt. Foto: RP/Birgit Wanninger
Vor allem junge Tannen machen dem Förster Sorgen. Foto: RP/Birgit Wanninger

Dennoch: Der Weihnachtsbaumverkauf startet wie gewohnt Anfang Dezember. Von Dörnberg schlägt wie immer ganz frisch. Und auch das traditionelle Selberschlagen ist geplant.

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