Helmut Röder nimmt Abschied nach 27 Jahren Aktivität im Jugendfußball

GARATH : 27 Jahre aktiv für den Jugendfußball

Helmut Röder aus Garath beendet seine ehrenamtliche Arbeit beim Fußballverband Niederrhein und beim DFB.

„Einmal ist Schluss“, sagt Helmut Röder nach 27 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit, die der inzwischen 71-Jährige im Dienste des Jugendfußballs beim Fußballverband Niederrhein und beim DFB verrichtet hat. Seit 1992 ist Röder im Düsseldorfer Kreisjugendausschuss aktiv, seit 2004 als Vorsitzender.

Als Staffelleiter oblag Röder die Organisation des Spielbetriebs im Düsseldorfer Nachwuchsbereich. „Ich war der direkte Ansprechpartner für die Vereine“, erklärt Röder. Ein „Fulltime-Nebenjob“, quasi rund um die Uhr. Umsicht und Gelassenheit waren erforderlich, wenn es galt, Interessenkonflikte zwischen Verbandsreglement und Vereinswünschen zu lösen. „Da war Fingerspitzengefühl gefragt“, bestätigt Röder. Zeit für die eigene Familie blieb nur selten übrig. „Aber mir hat die Verbandsarbeit viel Freude bereitet“, lautet das Resümee zum Abschied.

Zusätzlich zu allem Stress hat sich Röder in Sachen Jugendfußball auch als Betreuer für die Jugendnationalmannschaft zur Verfügung gestellt; er war als Fahrer für Trainer und Zeugwart unterwegs. Auch auf Auslandsreisen ins benachbarte Holland begleitete er die Jungtalente. Röder: „Ich war sozusagen Teil der Mannschaft.“ Sein offizieller Abschied fand gestern zum turnusmäßigen Kreisjugendtag statt. Zum letzten Mal war Helmu Röder bei dieser Veranstaltung dabei.

Ganz loslassen vom Fußball kann und wird Röder selbstverständlich nicht. Schließlich gibt es noch den Garather SV, dem der Vollblut-Organisator seit 40 Jahren als Ehrenamtler in verschiedenen Funktionen die Treue hält. „In Garath bin ich verwurzelt“, bekennt der gebürtige Wuppertaler. Seinen Söhne Sascha und Mike haben beim GSV das Kicken gelernt.

So ist es nicht verwunderlich, dass Röder in Zukunft weiter am Schreibtisch in der Geschäftsstelle an der Koblenzer Straße zu finden sein wird und seinen Teil dazu beiträgt, dass beim Garather SV in Sachen Jugendfußball alles gut läuft. „Fußball ist immer Sozialarbeit“, betont Röder, und diese gesellschaftliche Verpflichtung war in all den Jahren die Leitlinie seines Handelns. Besonders im Trabantenstadtteil Garath galt das Ziel: Kinder von der Straße holen, ihnen eine sinnvolle Beschäftigung ermöglichen und eine praktikable Lebensperspektive aufzeigen.

Nach dem Ende seines Verbands-Engagements will Röder auf jeden Fall mehr Zeit mit seiner Familie verbringen, sprich: mit Ehefrau Elisabeth durch Garath spazieren, oder, öfter als früher, ins sonnige Spanien reisen. Und nicht zu vergessen: Vier Enkelkinder wollen bei ihrem Opa ebenfalls auf ihre Kosten kommen.

Privat drückt Helmut Röder dem derzeit erfolgreichen Bundesligisten Werder Bremen die Daumen. „Das ist ein Verein mit viel Kontinuität und wenig Theater“, hebt er anerkennend hervor. Bodenständigkeit ist schließlich auch Röders Ding. Im „großen“ Fußball sei mancher Akteur, wie er findet, ein bisschen zu sehr abgehoben.

Die Lage des Jugendfußballs bei den Südclubs sieht er kritisch. „Man muss etwas tun, um die Leistungsstärke zu verbessern“, fordert er. Auch Änderungen, wie etwa mehr Flexibilität im Spielplan, seien nötig. Sein Tipp: Die Vereine sollten über den eigenen Tellerrand hinausschauen und über eine Spielgemeinschaft nachdenken. „Es geht nur gemeinsam“, mahnt Röder.

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