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Gesamtschule Stettiner Straße in Garath bereitet sich auf Distanzunterricht vor

Gesamtschule in Garath : Distanzunterricht im Klassenzimmer

Die Gesamtschule Stettiner Straße bereitet Lehrer und Schüler auf das erneute Arbeiten von zu Hause aus vor. Wer keine eigenen Hardware hat, kann dann in der Study-Mensa lernen und arbeiten.

Noch findet der Unterricht in Düsseldorf in den Klassenzimmern statt, doch weiß niemand, ob das in den kommenden Wochen so bleiben wird. Nach den Erfahrungen beim ersten Lockdown im Frühjahr hat das Schulministerium die Schulen aufgefordert, sich auf den Fall der Fälle vorzubereiten – etwa auf Hybridmodelle, geteilte Klassen und eine vollständige Rückkehr zum Unterricht zu Hause.

An der Gesamtschule Stettiner Straße in Garath durchlaufen derzeit sämtliche Klassen einen Distanzunterrichtstag im Klassenraum, um den Ernstfall zu üben. Die Lehrer stellen Aufgaben, die mit digitaler Unterstützung gelöst werden können – so, wie es auch wäre, wenn jeder Schüler von zu Hause arbeiten würde. Bei diesem Probedurchlauf gibt es bei Fragen Unterstützung von Mitschülern und den Lehrern. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass Schüler – und auch Lehrer – eine Routine im Umgang mit den nötigen Programmen haben und im Falle eines Umstiegs auf Homeschooling der Unterricht effektiv fortgesetzt werden kann.

Der Probetag findet – anders als an anderen Schulen – in der Schule statt, damit die Eltern der Kinder nicht zusätzlich belastet werden. „Wir haben aus der ersten Phase des Distanzunterrichts gelernt“, sagt Lehrerin Kinga Mendick. So habe man die Schüler mit vielen Arbeitsblättern versorgt, die diese ausdrucken mussten. „Da gab es immer wieder Probleme mit defekten Druckern oder fehlender Tinte – daher setzen wir jetzt verstärkt auf digitale Lösungen“, berichtet Mendick. Erarbeitet wurde das Konzept unter Federführung des didaktischen Leiters der Schule, Robert Sabelberg.

Von zentraler Bedeutung ist die Plattform Itlearning, die auch den Präsenzunterricht unterstützt. Auf Itlearning können Aufgaben gestellt, bearbeitet und von den Lehrern korrigiert und benotet werden. Die Schüler und Lehrer unterhalten sich per Videochat und Lernbücher können hochgeladen und geteilt werden. „Das ist der Weg der Zukunft“, schätzt Mendick. Die Gesamtschule Stettiner Straße setzt seit Jahren verstärkt auf Technik als Bestandteil des Unterrichts.

Die ersten Klassen haben die Probe bereits hinter sich gebracht, die Rückmeldungen sind durchaus positiv: Egal ob die Aufnahme eines eigenen Hörspiels, bei dem jeder eine Rolle vom eigenen Gerät aus einspricht, oder eher trockene Klausurvorbereitung – das alles hat auch per Computer gut funktioniert. „Als wir unseren Rundgang machten, saßen alle wie gebannt vor ihren Rechnern, die Arbeitsatmosphäre war sehr konzentriert“, berichtet Helga Reetz-Semrau, Abteilungsleiterin II der Schule. Wichtig war auch, den Schülern den höflichen und respektvollen Umgang miteinander, auch auf digitalen Kommunikationswegen, zu vermitteln.

„Die Schüler bereiten sich nicht nur auf eine eventuell anstehende zweite Phase des Distanzunterrichts vor, sondern lernen zugleich neue Möglichkeiten des produktiven Umgangs mit der Technik, die sowieso Leben und Schulalltag bestimmt“, sagt Lehrerin Kinga Mendick. Auch die Lehrer gewöhnen sich auf diese Weise an den Umgang mit der Hard- und Software. „Als Schule im Aufbau haben wir ein sehr junges Kollegium, dass bisher kein Problem hat, sich an die Integration von Technik in den Unterricht zu gewöhnen“, sagt Mendick, die mit Anfang 40 nach eigener Aussage bereits zu den älteren Lehrkräften an der Stettiner Straße gehört.

Für das Team um Schulleiter Stephan Proksch war es ebenfalls von Bedeutung, auch solche Schüler mitzunehmen, die zu Hause kein entsprechendes Endgerät – PC, Laptop oder Tablet – zur Verfügung haben. Für diese Kinder bietet die Gesamtschule Stettiner Straße zum einen ein paar Geräte zum Ausleihen an, zum anderen gibt es auch eine sogenannte Study-Mensa. Eine kleine Gruppe von Schülern kann vor Ort unter Einhaltung der geltenden Corona-Schutzmaßnahmen mit schuleigenen Geräten arbeiten und wird von Lehrern beaufsichtigt. Das hilft auch Familien, die in Schwierigkeiten kommen, wenn die Kinder in den Distanzunterricht wechseln und zu Hause betreut werden müssen.

„Der Probetag bestärkt uns, unser oberstes Ziel, keinen Schüler in dieser schwierigen Zeit zurückzulassen und das uneingeschränkte Recht auf Bildung zu jeder Zeit zu ermöglichen, stets weiter zu verfolgen“, sagt Schulleiter Stephan Proksch.