Beirat : Georg Behne will Garath mitgestalten

Der Rentner hat per Los einen der 14 Sitze im Beirat bekommen. Er will den Stadtteil vor allem für Kinder attraktiv erhalten.

Eigentlich habe er nie etwas mit Politik am Hut gehabt, sagt Georg Behne. Und dennoch hat der Rentner sich um einen Sitz im Garather Beirat beworben, der die Verteilung der Gelder aus einem städtischen Fonds regelt. Das Interesse war so groß, dass die fünf Sitze in dem 14-köpfigen Gremium, die für Bürger des Stadtteils reserviert waren, verlost werden mussten. „Im Leben habe ich nie Losglück gehabt“, lacht Behne. Dennoch wurde sein Name Ende Oktober zuerst gezogen.

Der 68-jährige Georg Behne ist ein Familienmensch. Er wohnt in einem Reihenhaus in Garath, in dem er bereits mit seinen Eltern lebte. Mit 14 ist er mit seiner Familie aus Heerdt in den Süden gezogen. „Ich habe zwischendurch auch anderswo gelebt“, erzählt Behne, „aber hier ist man einfach zu Hause.“ Garath habe zwar einen schlechten Ruf, der Grund dafür sei ihm aber in den über 50 Jahren, die er im Stadtteil verbracht hat, nicht ersichtlich geworden.

An der Wohnzimmerwand hängen Fotos der Kinder und Enkel, die Tochter wohnt mitsamt Familie gleich nebenan, man teilt sich eine Terrasse und einen Garten. Noch heute geht Familie Behne gemeinsam Kanu fahren. Georg Behne hat als Lagerleiter gearbeitet, war und ist als Schwimmlehrer bei der DLRG aktiv, wo er auch jungen Flüchtlingen das Schwimmen beibringt. Wieso beschäftigt sich dieser Mann nun mit der Geldverteilung im Stadtteil?

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„Für die Kinder“, ist Behnes einfache Antwort. Er will dafür sorgen, dass auch seine Enkel und irgendwann auch deren Kinder in Garath eine lebenswerte Heimat finden. „Es wird momentan im ganzen Düsseldorfer Süden viel abgerissen und neu gebaut, etwa die Freizeitstätte an der Lüderitzstraße.“ Es dürfe, so Behne, keine Verringerung der Angebote für Kinder und Jugendliche im Stadtteil geben, wenn dieser weiterhin attraktiv bleiben will.

Als Mitglied des Beirats hat der Rentner nun Stimmrecht bei der Verteilung von insgesamt 80.000 Euro im kommenden Jahr. Diese Maßnahme ist Teil des Projektes Garath 2.0. Gefördert werden sollen kulturelle Veranstaltungen und Ereignisse im Stadtteil. Zwei Projekte wurden in der ersten Sitzung am 6. November bereits unterstützt: der Martinszug am Wittenberger Weg und das Aufstellen des Weihnachtsbaumes vor der Freizeitstätte. Die Anträgen kommen von Bürgern, Vereinen und Institutionen aus Garath; der Beirat entscheidet, welches Projekt unterstützt wird. „Wir müssen natürlich ein bisschen haushalten“, sagt Behne.

„Wir haben für das kommende Jahr diese 80.000 Euro, das ist zwar viel, aber wenn wir es bis zur Jahresmitte ausgegeben haben, bleibt für den Rest nichts mehr“. Erschwert werde die Entscheidung auch dadurch, dass man nie wisse, wie viele und welche Projekte in Zukunft noch kommen werden. Der Beirat trifft sich planmäßig alle drei Monate, die nächste Sitzung ist für Februar geplant. „Bisher war die Zusammenarbeit sehr harmonisch und effizient“, freut sich Behne.