Garath : Garather Tafel sucht dringend Helfer

Aktuell versorgen die ehrenamtlichen Helfer jeden Freitag ab 14 Uhr in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche 859 bedürftige Menschen aus dem Stadtbezirk 10 mit gespendeten Lebensmitteln.

2017 feierte die Garather Tafel ihren zehnten Geburtstag – wer mal kurz innehält, darf sich auch fragen, ob man feiern kann, dass in einem reichen Land wie Deutschland Menschen mit Lebensmittelspenden versorgt werden müssen. Doch es gibt sie und ihre Zahl wächst. Davon weiß auch Burkhard Schellenberg, Teamleiter der Garather Tafel, zu berichten: Vor allem seit 2016, als viele Flüchtlinge ins Land kamen, sei die Zahl der Bedürftigen gestiegen: auf aktuell 859 Personen, berichtete er in der Sitzung der Bezirksvertretung 10. Dort hielt er vor den Mitgliedern einen Vortrag über die Arbeit der Tafel, die an die evangelischen Gemeinde in Garath angegliedert ist

Um das bewältigen zu können, gibt es für die Gelisteten nur noch alle 14 Tage freitags Lebensmittelspenden. Verteilt wird nach einem klaren Prinzip: Zuerst kommen alte Menschen, Behinderte und Schwangere, danach Familien mit Kindern, als letzte Gruppe sind Bedürftige dran, die alleine leben. Damit es nicht zu Tumulten bei der Ausgabe kommt, wurde schon schnell nach der Gründung das Prinzip des Losens eingeführt. Vor jeder Ausgabe, die immer freitags ab 14 Uhr ist, dürfen alle eine Wartenummer ziehen. „Das klappt wirklich gut“, sagt Schellenberg.Was ihm derzeit allerdings große Sorgen bereitet, ist die Zahl der ehrenamtlichen Helfer. 19 sind es aktuell nur noch, drei von ihnen sind 79 Jahre alt. „Wir benötigen dringend weitere Unterstützung“, sagt der Teamleiter. Es helfen auch Leute mit, die selber die Berechtigung haben, Lebensmittelspenden zu bekommen.

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Schellenberg schwebt schon seit längerem vor, zwei Gruppen aufzubauen, die sich die Arbeit teilen. Denn derzeit schuften die Ehrenamtler an zwei Tagen – Donnerstagabend beginnt schon der Aufbau in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche – locker zehn Stunden. „Wenn wir zwei Teams hätten, könnte das eine den Auf- und Abbau erledigen und die anderen verteilen die Lebensmittel“, erläutert Schellenberg.

Bedürftig ist der, der vom Jobcenter geschickt wird oder nur eine kleine Rente erhält. Aber auch Studenten, die kein Geld haben schicken die Helfer laut Schellenberg nicht ohne Lebensmittel nach Hause. In den vergangenen Jahren sei aber vor allem auch der Anteil an alten Frauen gestiegen. „Ich hatte letztens eine Dame da, die mir erst einmal ihr Schicksal erzählt hat.“ Denn auch das Zuhören gehört zu den Aufgaben der Ehrenamtler. Allerdings gibt es auch professionelle Hilfe. Jeden Freitag während der Ausgabezeit führt die Diakonie auch eine Sozialberatung durch.

Wer mithelfen will, kann sich im Gemeindebüro melden: Montag bis Freitag 8.30 bis 12.30 Uhr, Donnerstag 13.30 bis 17:30 Uhr, Telefon: 0211 6011549