Garath : Garather fordern mehr Geschäfte

Oberbürgermeister Thomas Geisel lobt den Bürgersinn und sagt: "Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum."

Von den Bewohnern aus einem "der besonders charmanten Stadtteile in Düsseldorf" erhält Stadtoberhaupt Thomas Geisel begeisterten Applaus. So etwas hören Garather gerne, denn immer wieder wird ihr heimatliches Domizil verkannt. Und Geisel bringt es auf den Punkt: "Die Menschen machen den Stadtteil." Angesichts solcher Botschaften überrascht es nicht, dass der Neujahrsempfang der Bürger- und Interessengemeinschaft Garath (BIG) den Charme eines harmonischen Familientreffens vermittelt. Zum Rückblick und Ausblick füllt sich der Arenasaal der Freizeitstätte Garath mit zahlreichen BIG-Mitgliedern, Nachbarn, Freunden und mit viel politischer Prominenz.

Ein weiteres Jahr lang hatte sich die BIG wieder den Sorgen und Freuden der Menschen gewidmet, für die Garath in Jahrzehnten zu einer liebens- und lebenswerten Heimat geworden ist. Im krassen Gegensatz zu den lebendigen Nachbarschaften, dem überzeugten Heimatgefühl und gut vernetzten Institutionen steht der Mangel an attraktiven, ortsnahen Geschäften. "Was fehlt, sind ein vernünftig gemischter Einzelhandel und Gastronomieangebote", greift BIG-Vorsitzender Fred Puck das Problem auf. Um Garath 2.0, die mit viel Bürgerengagement diskutierte Entwicklung für den Stadtteil, sei es sehr ruhig geworden, bedauert Puck und gibt dem Oberbürgermeister das Stichwort. Der lobt den Bürgersinn, die Verwurzelung der Menschen in Garath und ihr großes Engagement. Die Mittel für Garath 2.0 seien beim Land akquiriert und die Projekte langfristig angelegt, erklärt er. "Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum, damit in allen Stadtteilen normale Leute leben können", spannt der OB den Bogen zur zunehmenden Spaltung der Gesellschaft, die sich auch bei den Preisen für den Wohnraum niederschlägt. Der zweite spontane Applaus ist ihm da sicher.

"Man muss sich mehr auf die älteren Menschen einstellen", ergänzt Reinhold Liebich die Wunschliste um einen weiteren Punkt und erinnert an die Ausstattung der viergeschossigen Häuser mit Aufzügen. Der 87-Jährige muss es wissen, denn er fährt einen "Ferrari", so nennt der alte Herr augenzwinkernd seinen E-Rollstuhl. Lilo Richter, 88 Jahre jung, vermisst ein Kaufhaus. "Wie Karstadt, wo man alles kaufen, aber auch essen und Kaffee trinken kann", meint die überzeugte Garatherin.

Dass irgendwie ein attraktiver Einkaufsmagnet her muss, davon ist Florian Töpfer überzeugt. "Wir brauchen ein Geschäft von einer erfolgreichen Ladenkette, dann ziehen andere Geschäfte sicher nach", meint der Feuerwehrmann. "Alles was nicht Discounter ist, wäre schon gut", ergänzt Frederic Hartmann, Mitglied der hiesigen Bezirksvertretung für die Grünen.

Für den Zusammenhalt und das ehrenamtliche Engagement im Stadtteil setzt Horst Schlotter, stellvertretender Vorsitzender des Garather Schützenvereins an diesem Tag ein Zeichen. Er überreicht Maren Siegel, Leiterin der Freizeitstätte, einen Scheck in Höhe von 1000 Euro für das Projekt "Garather Schultüte", das bei der Freizeitstätte angesiedelt ist - gelebte Garather Nachbarschaft.

(RP)