Rock gegen Rechts : Bündnis lädt zum HipHop-Festival

Es wird von Jahr zu Jahr größer: Das Festival „Rock gegen Rechts“ im Südpark mit seiner sechsten Auflage. Auf der Ballonwiese im Volksgarten werden heute laut dem Veranstalter „Verein Rock gegen Rechts“ weit über 3000 Besucher erwartet.

Der Verein und seine Unterstützer - wie zum Beispiel das Bündnis gegen Rassismus „Düsseldorf stellt sich quer“ — wollen ab 15 Uhr mit Live-Musik und Informationsständen ein Zeichen gegen Faschismus, Rechtsextremismus und Rassismus setzen.

Gab es im Vorjahr noch 20 Organisationen, die ihre Infostände auf dem Festivalgelände aufgebaut hatten, sind es in diesem Jahr 19 mehr. „Das ist schon eine Hausnummer“, sagt Carina Schulz vom Verein Rock gegen Rechts. Die IG Metall, die Mahn- und Gedenkstätte, der Frauenverband Courage oder der Verein Tacheles gehören unter anderem zu den Neulingen.

Musikalisch wird es vor allem eines: international. Headliner ist die französisch-chilenische Band „Sidi Wacho“ - ihre Musik lebt von französischem Rap, kubanischen Percussions sowie Akkordeon- und Trompeten-Spiel. „Shoshin“ aus Manchester bringen britischen Rap und Rock auf die Bühne. „Subversive Brats“, „Molly Punch“ und „Grobe Liederwurst“ sind weitere Acts des Tages. Für Familien mit Kindern haben sich die Veranstalter etwas Besonderes überlegt: Es gibt eine Kletterwand.

Aber es gibt auch Kritik an der Veranstaltung. Schon in der Vergangenheit hatte beispielsweise die rechte Partei Die Republikaner gefordert, die ganze Veranstaltung zu verbieten. Der Grund: Unter den teilnehmenden Organisationen, die mit Ständen beim Festival aufträten, seien Vereinigungen dabei, „die vom Verfassungsschutz überwacht und teilweise sogar als gewaltbereit eingestuft werden“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Der Verein Rock gegen Rechts hält dagegen. „Das ist schlichtweg falsch. Das Festival wird vom Verein organisiert, und der wird, soweit mir bekannt, nicht vom Verfassungsschutz beobachtet. Und die Stände liegen nicht in der Verantwortung des Festivals“, so Nicole Schulze. Sie jedenfalls freut sich schon riesig. „Das ist eine Herzensangelegenheit für mich“, erzählt sie.

Mit dem heutigen Festival ist es in diesem Jahr aber noch nicht vorbei mit der musikalischen Arbeit gegen Faschismus: In Garath findet am Samstag, 15. September, bereits zum zweiten Mal ein Hip Hop Festival statt — organisiert vom Bündnis „Düsseldorf stellt sich quer“. Ab dem späten Nachmittag sollen mehrere Bands rund drei Stunden lang auf dem Nikolaus-Groß-Platz vor der Freizeitstätte auftreten.

Damit wolle man vor allem eine bessere Stimmung im Stadtteil erreichen, sagt Oliver Ongaro, ein Sprecher des Bündnisses. „Rechte Gruppen halten sich im Stadtteil auf und machen Probleme“, findet Ongaro. Dabei denkt er an entfernte Sitzbänke, an Pöbeleien gegenüber Passanten oder Neonazi-Aufkleber am Garather S-Bahnhof. „Die Leute ängstigen sich teilweise, wenn sie an solchen Gruppen vorbeilaufen müssen“, sagt er. Das Bündnis will mit dem Festival vor allem junge Menschen ansprechen. Deswegen habe man auch die Musikrichtung HipHop gewählt, so Ongaro.