Garath: Das Sterben von 2000 Fichten

Garather Forst: Hitze und Borkenkäfer zerstören Fichten

Erst kam der Sturm, dann die Hitze und zuletzt der Borkenkäfer. Dadurch sind im Burgdorff’schen Forst zahlreiche Bäume beschädigt. Aber es gibt einen Weihnachtsbaumverkauf. Der startet am 8. Dezember.

Es reicht nur ein leichter Griff und schon hat Dankwart von Dörnberg ein dickes Stück Rinde in der Hand – zirka ein halben Meter lang und 20 Zentimeter breit. Das Stück kann der Förster einfach vom Baum abziehen. Er schaut auf die rund 15 Meter hohe Fichte. An der Ostseite, wo das ganze Jahr die Sonne drauf geschienen ist, besitzt der Baum überhaupt keine Rinde mehr. Da ist er kahl. „Jetzt fällt die Rinde an der anderen Seite langsam ab“, sagt  von Dörnberg und blickt nach oben. Die Nadeln sind braun, sie werden auch noch runter rieseln. „Der Baum ist kaputt.“

Und das ist nicht der Einzige. Rund 2000 Bäume sind betroffen, sagt der Verwalter vom Gutshof Schloss Garath. Altes und junges Nadelgehölz. In dem Burgdorff’schen Forst gibt es nun zahlreiche lichte Stellen, weil die Bäume einfach umgekippt sind. Schuld ist Sturmtief Frederike, das am 17. Januar wütete, „exakt elf Jahre nach Kyrill“, fügt von Dörnberg hinzu. Und dieser Sturm habe ganze Flächen abrasiert, betroffen waren vornehmlich Tannen und Fichten.

Dann kamen Hitze und Trockenheit. Da hätten es vor allem die jungen Bäume nicht geschafft. „Die sind einfach kaputt gegangen, während die alten dank eines großen Wurzelwerks sich tiefer im Boden Feuchtigkeit holen konnten“, sagt der Förster.

Ein Blick auf die Fichte: abgefallene Rinde und braune Nadeln Foto: wanninger

Die trockene Hitze hätten viele Bäume noch überlebt, so von Dörnberg. Aber dann kam der Borkenkäfer im September, der seine Eier im Baum ablegte, in dem er die Baumrinde durchbohrte und sich von den saftführenden Teilen des Baumes ernährte.

Normalerweise ist der Borkenkäfer kein Problem. Denn: Vitale Bäume schließen die Eier mit ihrem Harz ein, so dass die Käfer nicht schlüpfen können. Aber in diesem Jahr war alles anders. Zahlreiche Bäume waren anfällig. Hinzu kommt, dass der Borkenkäfer mehrfach brütet. Eine Ende ist also noch nicht in Sicht.

Regelrechte Straßen haben die Borkenkäfer unter der Rinde gebaut. Foto: wanninger
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Jetzt müssen die befallenen Bäume entsorgt werden. „Das ist schlechte Ware, höchstens C-Ware“, sagt von Dörnberg. Und da er nicht der Einzige ist, der das Holz verkaufen will, wird es noch schlimmer. Denn die Sägewerke und Lager sind voll. Dörnberg spricht von Balkenwaren, die höchstens als Holzschnitzel oder zu Paletten verarbeitet werden können.

800 Festmeter seien allein in seinem Gebiet betroffen. „Es gibt Flächen, die sind vollkommen frei“, sagt von Dörnberg. Dass alle Wälder die Probleme haben, ist für ihn nur ein schwacher Trost. Auf ihn und seine Mitarbeiter wartet jetzt viel Arbeit, die toten Bäume müssen raus aus dem Wald.

Dann kommt schon das nächste Problem auf den Förster zu, das er lösen muss. Wegen der vielen Freiflächen macht sich das Wild, vor allem Rehwild, an die Edelbaumhölze wie Berg-Ahorn, Wildkirsche und Eiche. Um den Baumbestand zu sichern und um an den Edelhölzern ein starkes Äsen zu vermeiden, muss der Bestand des Rehwilds reduziert werden.

Auch die Weihnachtsbäume können beeinträchtigt sein. Die schlägt von Dörnberg immer ganz frisch. Dieses Jahr startet auf dem Gutshof der Weihnachtsbaumverkauf am Samstag, 8. Dezember. Das traditionelle Bäumchen-Selber-Schlagen ist am dritten und vierten Adventssonntag,16. und 23 Dezember, geplant. Der Förster warnt: Die Bäume könnten stärker nadeln.

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