Düsseldorf: Oberbürgermeister Thomas Geisel entdeckt Garath

Runde in Düsseldorf-Garath : Thomas Geisel entdeckt Garath zu Fuß

Der Oberbürgermeister ließ sich bei einer Runde von Quartiersmanagerin Silke de Roode den Stadtteil zeigen. Sie gab Einblicke, wo es mit Hilfe des Projektes Garath 2.0 schon vorangeht. Rund 30 Millionen Euro sollen fließen.

Wer einen Spaziergang durch Garath macht, ist immer wieder verblüfft, wie grün der Stadtteil ist. Davon konnte sich Dienstagnachmittag auch Oberbürgermeister Thomas Geisel wieder überzeugen. Der SPD-Mann ließ sich auf einer anderthalbstündigen Sommertour von Quartiersmanagerin Silke de Roode zu Fuß darüber informieren, wie weit die Umsetzung des Stadterneuerungsprojektes „Garath 2.0 – den Wandel gestalten“ fortgeschritten ist. Seit Dezember 2018 gibt es im Hauptzentrum das Quartiersbüro, in dem bereits 350 Besucher ihr Anliegen los wurden. Dabei ging es um die Themen Müll, Parken und Verkehr, aber auch um Probleme mit Vermietern. Auch wenn de Roode und ihr Team nicht immer zuständig sind, können sie doch Kontakte vermitteln.

Alleine für über 20 Millionen Euro entstehen Neubauprojekte. Fertig ist auf der Liste der Maßnahmen die Dreifachsporthalle neben dem Gymnasium Koblenzer Straße. Es folgen der Neubau der Jugendfreizeiteinrichtung Lüderitzstraße gleich neben der Halle, der Bau einer weiteren Sporthalle an der Stettiner Straße mitsamt eines Lehrschwimmbades und die Modernisierung der Freizeitstätte. Neben den vielen Großprojekten ist es auch eine ganze Palette von kleineren Maßnahmen, von denen die Bürger in ihren jeweiligen Vierteln profitieren sollen. So hat de Roode bereits mündlich den Zuschussbescheid für die Umgestaltung des Ameisenspielplatzes bekommen. Noch in diesem Herbst soll mit dem Umbau begonnen werden. Unterm Strich steht bislang eine Investitionssumme für Garath in Höhe von knapp 30 Millionen Euro bereit.

Schnell voran geht es derzeit vor allem dort, wo die Stadt baut. Bei den privaten Investitionen ist eher Schneckentempo angesagt. Ausnahme ist der Neubau des Seniorenheims der Caritas in Garath Südwest. Da sieht es aus, als könnten bald schon die Senioren aus dem alten Hildegardis-Heim herüberziehen. Zwar, so erzählte de Roode dem OB auf der Tour, sei ihres Wissen das alte Heim verkauft, doch die neue Nutzung des unter Denkmalschutz stehenden Komplexes stehe noch nicht fest.

Mit SPD-Ratsherrn Jürgen Bohrmann (l.) informierte sich OB Thomas Geisel auch über den Ameisenspielplatz, der umgestaltet werden soll. Foto Michael Gstettenbauer Stadt Düsseldorf. Foto: Michael Gstettenbauer Stadt Düsseldorf

Auch beim Neubau des Gemeindezentrums der katholischen St. Matthäus-Gemeinde geht es eher schleppend voran. Gleiches gilt in Südwest für den Abriss des Teils des alten Ladenzentrums, in dem der Edeka war. Dort möchte ein niederländischer Investor über drei Etagen neue Wohnungen bauen. „Warum nicht gleich den gesamten Häuserriegel neu machen?“, fragte Geisel in die ortskundige Runde. Bezirksbürgermeister Uwe Sievers wies darauf hin, dass die Anwohner ihre dort beheimatete Kneipe als Anlaufstelle behalten möchten. An einer Lösung wird, eventuell mit dem Umzug auf die andere Seite, derzeit gearbeitet.

Auch bei den Bauprojekten von SOS geht es derzeit nicht wirklich voran. Zwar war im April an der Matthias-Erzberger-Straße Grundsteinlegung für das neue Zentrum, viel passiert ist seitdem allerdings nicht.

Auch der Seilspielplatz in der LEG-Siedlung soll neu gemacht werden. Die Stadt wünscht sich, dass sich das Unternehmen beteiligt. Foto Michael Gstettenbauer Stadt Düsseldorf. Foto: Michael Gstettenbauer Stadt Düsseldorf

Doch Oberbürgermeister Thomas Geisel, dessen SPD bei der Europawahl im Mai im Stadtteil zwar immer noch über 20 Prozent der Stimmen geholt, jedoch auch 18,4 Prozentpunkte verloren hatte, sieht auch die Wohnungsgesellschaften in der Pflicht. So hatte es beim OB-Dialog kürzlich Kritik an der Wohnungsbaugesellschaft LEG gegeben, die Wohnungen im Stadtteil leerstehen lasse. Zeitnah soll es ein Gespräch mit dem Unternehmen geben, bei dem Geisel dieses auch in die Pflicht nehmen will.

Mehr von RP ONLINE