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Düsseldorf: neues Beschäftigungsprojekt der Awo in Garath

Neue Anlaufstelle der Awo in Garath für alle Bürger : Garath hat jetzt viele gute Geister

Im März hat die Arbeiterwohlfahrt das Beschäftigungsprojekt gestartet. Seit gestern gibt es nun auch eine Anlaufstelle für Bürger und Interessierte in der S-Bahn-Unterführung an der Fritz-Erler-Straße.

Wer sprichwörtlich von allen guten Geistern verlassen wurde, der hat es schwer im Leben. Alle Garather und Garatherinnen können sich nun freuen, dass es eine feste Anlaufstelle für sie in der S-Bahnunterführung gibt, in der sie ab sofort um Unterstützung von einem von Garaths neuen „guten Geistern“ nachfragen können.

Gestern war die offizielle Eröffnung des Büros der Arbeiterwohlfahrt an der Fritz-Erler-Straße 27. Gestartet war das Projekt bereits im März. Denn zunächst war es darum gegangen, interessierte arbeitssuchende und erwerbsfähige Menschen ab 26 Jahren zu finden, die sich als Quartiershelfer/in, Hausmeisterhelfer/in oder im Begleitservice schulen lassen wollten. Das Ziel: Raus aus der Arbeitslosigkeit und dem Bezug von Hartz IV.

Ein Wunsch, den auch Sascha Mattikau hat. Er unterstützt seit April das Otto-Ohl-Haus der Diakonie. Dabei übernimmt er aber natürlich keine pflegerischen oder hauswirtschaftlichen Tätigkeiten. „Ich gehe beispielsweise mit den Senioren spazieren oder fahre mit, wenn sie zum Arzt müssen“, erläutert der Garather. Er will sich nun weiter qualifizieren als „zusätzliche Betreuungskraft“, die die Altenheime anstellen dürfen. Sein Eindruck von den ersten Monaten ist „sehr positiv. Ich fühle mich hier bei der Awo wohl; man kann hier über alles reden.“

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Wie Mattikau ist auch Tom Holzapfel innerhalb des Projektes an das Otto-Ohl-Haus quasi ausgeliehen. 15 Stunden verbringt er dort nun pro Woche immer nachmittags. Auch er wünscht sich, über das Projekt „Garaths gute Geister“ wieder beruflich Fuß zu fassen. 1,50 Euro pro Stunde bekommt jeder von ihnen. Kein Gehalt, sondern eine Aufwandsentschädigung. Ein Anreiz: Das Geld dürfen sie zu ihrem Hartz-IV-Geld behalten, auch wenn die Summe über den sonst erlaubten 100 Euro Zuverdienst liegt. Auch ein Argument, findet Holzapfel. Aber ein weiterer: Er fühlt sich gebraucht im Seniorenheim.

In den vergangenen Jahren ist die Männerquote dort kräftig angestiegen, wie übrigens in vielen Heimen. „Ich merke, dass ein männlicher Bewohner froh ist, wenn er eine männliche Bezugsperson hat. Einige haben mir schon ganz viel aus ihrem Leben erzählt.“ Für ein halbes Jahr ist das Projekt jeweils für die beiden Männer angelegt, dann folgen neue Bewerber, denen der Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt erleichtert werden soll und die die Möglichkeit erhalten, wöchentlich zwischen 15 und 30 Stunden zu arbeiten.

Deswegen steht das Projekt auch unter Betreuung des Awo-Berufsbildungszentrums in Düsseldorf und wird finanziert durch die Landeshauptstadt Düsseldorf und das Jobcenter Düsseldorf. Rund 2,2 Millionen Euro hat die Stadt in den vergangenen Jahren in Beschäftigungsprogramme in die Menschen im Stadtteil gesteckt, führte Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke (SPD) bei der Eröffnung aus: Und dazu kommen außerdem 30 Millionen Euro, die innerhalb des Projektes Garath 2.0 aus Mitteln der Europäischen Union, des Bundes, des Landes und der Stadt in den vergangenen Jahren schon in den Stadtteil geflossen sind, um diesen zukunftsfähiger zu machen.

Die guten Geister sollen aber nicht nur im Seniorenheim tätig sein. Zielgruppen sind vorrangig soziale Einrichtungen wie Kindertagesstätten, das Zentrum plus und Einrichtungen für Senioren und Seniorinnen sowie Bürger und Bürgerinnen im Stadtteil Garath. Ein Ziel: durch das bürgerschaftliche Engagement soll unter anderem das nachbarschaftliche Miteinander gestärkt und zur Verschönerung des Stadtbildes beigetragen werden. Weitere Einsatzmöglichkeiten ist der Einsatz bei Rundgängen durch Garath zur Verbesserung von Ordnung und Sauberkeit und dabei das Melden von Auffälligkeiten an die zuständigen Behörden und Ämter. Aber die guten Geister sollen auch Auf- und Abbau-Hilfe für Feste leisten oder Verschönerungsarbeiten in Außengeländen von Einrichtungen vornehmen.