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Düsseldorf: Graf-Recke-Stiftung will in Garath Wohnprojekt aufbauen

Projekt der Graf-Recke-Stiftung in Düsseldorf-Garath : „Wir freuen uns auf gute Nachbarschaft“

Die Graf-Recke-Stiftung plant im ehemaligen Hildegardisheim in Garath Südwest ein Wohnprojekt. In der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung 10 im August soll es nochmal Thema sein.

Den Mitgliedern der Bezirksvertretung 10 lag am Dienstag in ihrer Sitzung ein Bauantrag für das ehemalig Hildegardisheim-Altenheim der Caritas in Garath Südwest vor. Es geht um eine Nutzungsänderung. Dort will die Graf-Recke-Stiftung ein Wohnprojekt realisieren. Die Stadtteilpolitiker waren sauer auf die Verwaltung wegen der schlechten Information. Jetzt soll nach den Sommerferien über das Projekt der Graf-Recke-Stiftung diskutiert werden. Unsere Redaktion sprach mit Pfarrer Markus Eisele, Theologischer Vorstand der Graf-Recke-Stiftung.

Wie ist die Idee entstanden, dass die Graf-Recke-Stiftung jetzt auch in Garath aktiv werden will?

Eisele Seit fast 200 Jahren kümmern wir uns als diakonischer Träger um gute soziale Begleitung und Betreuung von Menschen. Für unsere sozialen Angebote benötigen wir aber auch passende Mietobjekte. Das ist in Düsseldorf nicht ganz einfach. Größe und Kosten müssen stimmen. Wir waren also sehr froh, als uns das ehemalige Altenheim der Caritas zur Nutzung angeboten wurde.

Markus Eisele, theologischer Vorstand der Graf-Recke-Stiftung Foto: Anne Orthen (ort)

Ist die Stiftung nur Betreiber oder auch Investor?

Eisele Wir werden nur Mieter und Betreiber sein. Im Moment sprechen wir mit dem Investor über den Mietvertrag.

Was plant die Graf-Recke-Stiftung genau im Hildegardisheim? Welche Nutzer wird es geben?

Eisele Wenn alle Gespräche erfolgreich verlaufen, dann werden hier Menschen mit einer geistigen Behinderung und Jugendliche ab etwa zwölf Jahren wohnen. Außerdem wird es Appartments für Mitarbeitende und Auszubildende geben.

Haben Sie schon ein ähnliches Angebot? Wenn ja, wo.

Eisele Ja, für Wohnen für Menschen mit geistiger Behinderung haben wir Einrichtungen in Ratingen und Hilden. Wohngruppen für junge Menschen gibt es im ganzen Stadtgebiet Düsseldorf und an vielen anderen Orten auch. Insgesamt betreuen wir über 300 junge Menschen in ähnlichen Angeboten.

Muss es dafür Umbauten im Haus geben, das unter Denkmalschutz steht. Wenn ja, wie sehen die aus?

Eisele Natürlich. Die Räumlichkeiten müssen die gesetzlichen Vorgaben erfüllen. Auch der Denkmalschutz wird berücksichtigt.

Plant die Stiftung ein Gespräch mit den Mitgliedern der Bezirksvertretung oder auch eine Information für die Anwohner?

Eisele Wir sind noch in einem sehr frühen Stadium der Planungen. Aber natürlich wird es Gespräche geben und wir werden unsere Konzepte gern vorstellen.

Wie sehen jetzt die nächsten Projekt-Schritte der Graf-Recke-Stiftung aus?

Eisele Damit wir hier unsere Angebote verwirklichen können, müssen auch das Jugendamt Düsseldorf und das Landesjugendamt zustimmen. Hier gibt es bereits erste Gespräche.

Gibt es einen näheren Zeitplan?

Eisele Wir sind zuversichtlich, dass es gelingt, alle Beteiligten von unserem Angebot zu überzeugen. Wichtig ist jetzt erst einmal, dass die Bezirksvertretung im August zustimmt.

Inwiefern könnte Garath sowie explizit Garath-Südwest profitieren?

Eisele Der Nutzungsgedanke in seiner Breite und Vielfalt bildet auch einen Spiegel des gesellschaftlichen Lebens in Garath ab. Das Wohnkonzept bietet auch Menschen aus dem direkten Umfeld die Möglichkeit einer bedarfsangemessenen Unterstützung, ohne die vertrauten Orte verlassen zu müssen. Wir freuen uns auf eine gute Nachbarschaft, Vernetzung und Kontakte im Quartier. Für den Ansatz haben wir von verschiedenen Seiten bereits positive Rückmeldungen erhalten.