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Düsseldorf: Graf-Recke-Stiftung darf soziales Zentrum aufbauen

Ehemaliges Hildegardisheim in Garath Südwest : Stiftung darf soziales Zentrum aufbauen

Gegen die Stimmen der CDU gab die Bezirksvertretung 10 nun grünes Licht für die Neunutzung des ehemaligen Hildegardisheimes durch die Graf-Recke-Stiftung. Diese will dort künftig Familien und deren Kinder betreuen.

Für die Graf-Recke-Stiftung und Investor Marius Varro, der das ehemalige Caritas-Altenzentrum Hildegardisheim in Garath Südwest gekauft hat und es der Stiftung als Mieter überlassen will, bewahrheitete sich in der Sitzung der Bezirksvertretung 10 am Dienstagabend, dass aller guten Dinge drei sind. Bereits zum dritten Mal in Folge stand auf der Tagesordnung die Neunutzung des von Architekt Gottfried Böhm erbauten und unter Denkmalschutz stehenden Haus-Komplexes – die Graf-Recke-Stiftung will das Haus mit einem sozialen Zentrum neu beleben.

Und obwohl die CDU vergeblich einen Antrag stellte, den Tagesordnungspunkt wie in den beiden Sitzungen zuvor zu vertagen, kam es dann doch zur Abstimmung. Mit den Stimmen von SPD, Grünen, Linken, Freie Wähler, FDP, Republikaner und der fraktionslosen Henrike Pougin wurde gegen die Stimmen der CDU die Befreiung von der jetzigen Nutzung als Altenheim erteilt. Allerdings bleibt für den Häuserkomplex die Zweckbindung für soziale Zwecke bestehen. Das war den Mitgliedern der BV wichtig. „Die Art der Nutzung ist nun fix“, führte auch der Mitarbeiter des Bauaufsichtsamtes aus.

Der Kampfabstimmung vorausgegangen war eine emotionale Debatte, in der vor allem die CDU trotz Sitzungsunterbrechung nicht zu bewegen war, von ihrer Linie abzuweichen. Der Vorwurf der Christdemokraten: Die Graf-Recke-Stiftung und der Investor hätten die Anwohner immer noch nicht ausreichend darüber informiert, was diese dort planen und ob das Geplante in das Viertel passt. Doch mit dieser Sicht standen die CDU-Mitglieder am Ende recht alleine da.

Am gleichen Nachmittag hatten Investor und Stiftung zu einer Informationsrunde in die St.-Matthäus-Kirche eingeladen. Allerdings war der Termin nur auf der Internetseite zu dem Projekt zu finden gewesen. So verloren sich im großen Kirchenraum nur wenige Zuhörer. Dabei hätte die Flut an Informationen vielleicht den einen oder anderen Zweifler des Projektes dazu gebracht, zu überlegen, ob es nicht doch Sinn ergibt, was die Graf-Recke-Stiftung in dem früheren Hildegardisheim plant.

In dem weitläufigen ehemaligen Altenzentrum, das wegen einer gesetzlichen Änderung für diesen Zweck nicht mehr genutzt werden darf, will die Graf-Recke-Stiftung ein Angebot vor allem für Kinder, Jugendliche und ihre Eltern aufbauen, die Probleme im familiären Miteinander haben. Unter anderem sollen bis zu sechs Familien Platz haben, die in einem drei- bis sechsmonatigen Prozess mit Unterstützung von Pädagogen und Therapeuten wieder zueinander finden sollen.

In einem weiteren Trakt können sieben Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren einen zeitlich befristeten Unterschlupf finden. In der Zeit ihres betreuten Aufenthaltes soll geklärt werden, unter welchen Voraussetzungen sie wieder zurück in ihre Familien können. Für Menschen mit einer geistigen Behinderung, die unter Betreuung eigenständig leben können, werden in einem Flügel aus den ehemaligen Bewohnerzimmern acht kleine Appartements entstehen. Auch hier gibt es laut Stiftung eine starke Nachfrage. Zudem soll ein Sozialarbeiter integriert werden, der sich um Probleme in ganz Garath kümmern könnte. Nachdem die BV die Befreiung aus der ehemaligen Nutzung erteilt hat, kann die Graf-Recke-Stiftung nun in die Feinkonzeption gehen.