Düsseldorf-Garath: Umzug ins Altenzentrum St. Hildegardis

Caritas baut in Garath Südwest : Umzug ins Altenzentrum St. Hildegard

80 Bewohner sind vor zwei Wochen in den Neubau der Caritas an der Ricarda-Huch-Straße gezogen. Die Kantine mit dem angeschlossenen Café können auch die Nachbarn aus dem Viertel nutzen. Am 24. April ist Tag der offenen Tür.

Katharina Resch fühlt sich wohl in ihren neuen vier Wänden. 16 Quadratmeter ist ihr Zimmer groß und sie hat sogar ein eigenes, großes Bad. Mit 79 weiteren Senioren ist die 75-Jährige vor zwei Wochen innerhalb weniger Meter in Garath Südwest umgezogen: Vom Hildegardisheim der Caritas in den Heim-Neubau, der nur knappe 100 Meter entfernt von der alten Unterkunft liegt. Das neue Haus firmiert nun unter dem Namen Caritas-Altenzentrum St. Hildegard. Und anders, als es einst die Werbung von „Raider heißt jetzt Twix, sonst ändert sich nix“ suggerierte, hat sich durch den Umzug für die Bewohner eigentlich alles verändert – fast alles zum Positiven.

Das alte Heim baute Stararchitekt Gottfried Böhm, verhaftet im sogenannten Brutalismus, wie auch die benachbarte Kirche St. Matthäus. Beides sind ohne Frage architektonisch besondere Häuser, aber als Seniorenzentrum war der Bau nie wirklich funktional. Der Boden war wegen seiner eingelassenen Steine rollator- und rollstuhlabträglich. Und gleich mehrere Bewohner mussten sich Dusche und Toilette teilen. Insgesamt wirkten die Gänge und Zimmer dunkel. Und das Wort Barrierefreiheit hatte beim Bau Ende der 1960er Jahre keinen Stellenwert. Das Aus der Einrichtung kam, weil der Gesetzgeber nun Einzel- statt Doppelzimmer verlangt und das unter Denkmalschutz stehende Hildegardisheim nicht umgebaut werden konnte. Derzeit verhandelt die Caritas mit einem Investor über die Weiternutzung. Vielleicht kann schon in wenigen Wochen Vollzug gemeldet werden.

Doch das ist nun alles Vergangenheit. Das neue Altenzentrum St. Hildegard ist hell und geräumig, Aufzüge bringen die Bewohner in den Stock, in dem sie leben. Niemand muss sich noch mit einer ihm fremden Person ein Zimmer teilen. In jedem Flur gibt es einen Aufenthaltsbereich, in dem es eine gemütliche Sitzecke gibt, einen Fernseher und einen Tisch mit Stühlen. An diesem Vormittag findet gerade ein Rätselangebot für die Bewohner statt. Und überall ist es hell, dafür sorgen bodentiefe Fenster, aus denen die Senioren ins Grüne und in den Himmel schauen können. Doch ein besonderer Gewinn, nicht nur für die Bewohner, die dort nun ihre letzte Wohnstätte bezogen haben, sondern auch für die Menschen im Viertel, ist die Kantine mit Café, die auch für Außenstehende geöffnet ist. Für 4,10 Euro gibt es Vorsuppe, Hauptspeise und Nachtisch. Heute steht Schnitzel Wiener Art mit einem Kartoffel-Broccoli-Auflauf auf der Speisekarte. Die Bewohner können sich aber auch entscheiden, in ihrem Bereich zu essen, die nach den katholischen Kirchen des Stadtbezirks 10 benannt sind. Wo man isst, ist jedem selbst überlassen oder richtet sich nach der Hilfsbedürftigkeit. Wäre es nach den Wünschen der Caritas gegangen, hätte das neue Haus wie schon das alte 100 Bewohnern Platz geboten. Doch nach der damaligen Bewilligungsgrundlage durften es nur 80 Plätze werden. Dabei fehlen in Düsseldorf rund 1000 Heimplätze. Freie Plätze gibt es im Altenzentrum St. Hildegard deswegen derzeit nicht. Weil das Wohlfahrtsunternehmen das vorher wusste, wurde bei der Neubelegung im alten Heim die reduzierte Bettenzahl im Neubau berücksichtigt.

Noch sind ein paar Außenarbeiten rund um das neue Seniorenheim Caritas-Altenzentrum St. Hildegard zu machen. Foto: Andrea Röhrig

Neu im Angebot ist die Tagespflege mit zwölf Plätzen, in der Senioren planvoll Zeit verbringen können. Am Freitag, 24. April, wird die offizielle Eröffnung mit Einweihung und einem Tag der offenen Tür gefeiert. Bis dahin haben sich die Bewohner auch ein bisschen an ihr neues Heim gewöhnen können. Denn vor allem der Umzug Dienstag vor zwei Wochen war für alle 80 Bewohner und die Beschäftigten aufregend, auch wenn, wie es Einrichtungsleiter Lothar Nagel beschreibt, alles reibungslos ablief: Auch viele Ehrenamtler sind zum Helfen im Einsatz gewesen.