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Düsseldorf-Garath: SOS-Kinderdorf ist endlich umgezogen

Zentrum an der Matthias-Erzberger-Straße ist fertig : SOS-Kinderdorf ist endlich umgezogen

Nach vielen Verzögerungen geht das Zentrum an der Matthias-Erzberger-Straße jetzt in den Betrieb. Am Samstag wurde das mit dem Lichterfest gefeiert. Nur der öffentliche Spielplatz muss noch fertig gestellt werden.

Irgendwie kann es Herbert Stauber immer noch nicht fassen: Er sitzt in seinem neuen Büro. Für einen Chef ist das Zimmer relativ klein. „Ich brauche nicht viel Platz. Das reicht mir“, sagt der Einrichtungsleiter von SOS-Kinderdorf Düsseldorf. Er überlässt lieber anderen für Beratungs- und Informationsgespräche rund um die Themen Familie und Erziehung mehr Fläche.

Die Umzugskartons sind noch nicht alle ausgeräumt, doch die Zimmer sind inzwischen alle eingerichtet. Keine Selbstverständlichkeit, gab es doch immer wieder Lieferschwierigkeiten bei den Büromöbeln. Auch die Leitungen für Computer und Telefon stehen, so dass am heutigen Montag nicht nur bei Herbert Stauber, sondern im ganzen Haus die Arbeit aufgenommen werden kann.

Wie ein Kapitän, der bis zuletzt auf der Brücke seines Schiffes bleibt, hat auch der Einrichtungsleiter als Letzter die alten Räumlichkeiten verlassen. Mitgenommen an Mobiliar hat er nur seinen Bürostuhl. Der ist neu, aber schon eingesessen. Außerdem darf im neuen Büro die große Tafel nicht fehlen, die die Entwicklung des SOS Kinderdorfs in der Landeshauptstadt seit zwölf Jahren zeigt. „Ein Stück Zeitgeschichte.“, sagt Stauber

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In drei Gebäude ist der Komplex an der Matthias-Erzberger-Straße aufgeteilt. Links ist das pädagogische Zentrum mit zahlreichen Besprechungszimmern sowie Büros für die Mitarbeiter, in der Mitte die Kita, die ihren Betrieb schon im August aufgenommen hat.

Im rechten Gebäudekomplex befindet sich das Mehrgenerationen-Haus.Dort ist im Parterre ist das neue Café, das seinen Namen Café HellGa beibehält. „Der Name hat sich etabliert, den wollen wir nicht ändern“, sagt Sabine Kopka, eine von acht Bereichsleitern bei SOS und ehemalige Vorsitzende der früheren Mütterinitiative HellGa. Sie und weitere ehemalige Beschäftigte von HellGa sind seit Jahren Angestellte bei SOS. HellGa existiert inzwischen nur noch als Förderverein mit Ehrenamtlern für den Stadtteil.

Das Café ist das Herzstück, sozusagen das Stadtteilwohnzimmer und die Wohlfühlzone. Der Umzug des Cafés ging schnell, schließlich ist der Raum an der Carl-Severing-Straße nur wenige Meter entfernt. Wie der alte Standort künftig genutzt wird, ist noch unklar. Fest steht, dass auch in Zukunft die ehemalige Kirche, die am Wochenende von der „Freien Christengemeinde Fountain Gate“ genutzt wird, weiter betrieben wird. Vor allem der große Raum ist schon jetzt begehrt. Beispielsweise für Chorproben. „Dort ändert sich nichts. Wir haben demnächst nur ein größeres Angebot“, sagt Stauber. So seien Vereine aus dem Düsseldorfer Süden willkommen.

Noch immer können Stauber und seine Mitarbeiter nicht fassen, dass das Zentrum jetzt endlich öffnet. Es war ein langer Weg. Schon vor zehn Jahren an anderer Stelle geplant, kann es jetzt seine Arbeit aufnehmen. Es gab immer wieder Verzögerungen: der Streit mit der evangelischen Kirche, die schon zugesagt hatte, ihr Grundstück mit der Hoffnungskirche zu verkaufen, das lange Warten auf die Baugenehmigung, dann Corona und Lieferengpässe.

„Aber wir sind noch nicht fertig“, betont Stauber. Das inzwischen leerstehende Gebäude des städtischen Kindergartens wird derzeit abgerissen, dort soll ein öffentlicher Spielplatz errichtet werden. Stauber rechnet mit der Fertigstellung im Sommer. Mit dem Umzug stehen die Räume im ehemaligen Einkaufszentrum von Garath Süd-Ost direkt gegenüber nicht leer. In Staubers ehemaligen Raum ist schon sein Stellvertreter Björn van den Bruck eingezogen.

Das SOS-Kinderdorf feiert gern, doch eine Eröffnungsparty soll es vorerst nicht geben. „Ich möchte, wenn die Infektionslage es zulässt, ganz groß feiern. Und zwar mit all den vielen Menschen, die uns geholfen haben. So wie bei der Grundsteinlegung vor fast drei Jahren“, sagt Stauber. Er hat den 2. September 2022 im Auge. Denn das erste September-Wochenende ist immer Stadtteil- und Familienfest. „Ich hoffe, dass dann alles wieder normal ist.“