Düsseldorf-Garath: Politik redet in der BV über S6-Sperrung

Ausbau des Schienennetzes für den Schnellzug RRX : S6-Sperrung Thema in der BV 10

Vertreter von CDU, Grünen und Linken in der Bezirksvertretung 10 haben jeweils Anträge auf Einladung eines Verantwortlichen gestellt. Die S6 fährt ab Sommer 2022 wegen Arbeiten in Leverkusen für 14 Monate nicht nach Köln.

Die Mitglieder der Bezirksvertretung (BV) 10 sind in heller Aufregung. Grund sind die von der Bahn angekündigten S-Bahn-Sperrungen für den Ausbau des Schienennetzes. Damit künftig der Schnellzug RRX im 15-Minuten-Takt zwischen Köln und Dortmund fahren kann, muss die Bahn aufwendig ausbauen. Angekündigt sind nun die Arbeiten für Leverkusen, die bis 2024 gehen sollen und rund 200 Millionen Euro kosten. Aktuell gibt es nur je ein S-Bahn-Gleis in den Abschnitten Leverkusen und Langenfeld. Bis zur Fußball-EM 2024 in Deutschland soll die Lücke in Leverkusen geschlossen sein, so dass laut Bahn schon ein 15-Minuten-Verkehr zwischen den Spielstätten Köln und Düsseldorf möglich sein wird.

Doch bis es so weit ist, gibt es für Pendler Einschränkungen. In der ersten Osterferienwoche (4. bis 9. April) enden die S-Bahnen S6 und S68 von Essen kommend in Langenfeld, angebunden ist die Domstadt dann mit der S6 wieder ab Köln-Mülheim. Dazwischen ist ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Direkt daran schließt sich eine neuntägige Sperrung (bis 19. April) an, die den S-Bahnverkehr schon am Düsseldorfer Hauptbahnhof enden lassen wird. Von dort aus verkehren verschiedene Schnellbuslinien.

Richtig hart trifft es im Sommer 2022 die Pendler, die nicht auf die Regionalzüge (RE1 und RE 5 mit Halt in Benrath) ausweichen können. 14 Monate lang endet die S6 von Essen kommend in Langenfeld. Ein Schienenersatzverkehr soll zwischen Langenfeld und Leverkusen-Chempark pendeln. Da die Sperrung auch die Bahnnutzer betrifft, die von Garath und Hellerhof nach Köln wollen, werden die Bauarbeiten Thema in der Sitzung der BV 10 am Mittwoch, 26. Februar, 16 Uhr, Freizeitstätte Garath, sein. Jeweils unabhängig voneinander haben CDU, Grüne und Linke den Antrag gestellt, einen Verantwortlichen der Bahn in das Gremium einzuladen.

In den Sozialen Medien machen sich Bahnnutzer schon Sorgen, ob die Zahl der P&R-Plätze in Benrath ausreichen und ob die Bahn die Linien des Regionalexpresses mit genügend Wagen ausstatten wird. Der Fernverkehr soll ab August 2023 über Opladen umgeleitet werden. Der Aus -und Umbau des Benrather Bahnhofes, der derzeit erst in Form einer Machbarkeitsstudie existiert und auch Auswirkungen auf die P&R-Plätze am Bahnhof hätte, wird wohl nicht in diesen Zeitrahmen bis Spätsommer 2023 fallen.

Für eine 14-monatige Sperrung des Abschnitts Leverkusen-Chempark und Langenfeld sprechen laut Bahn mehrere Vorteile gegenüber einer Streckensperrung über dann fünf Jahre nur in den Ferien: Lärm­intensive Arbeiten können weitestgehend tagsüber realisiert werden, ein konsistenter Fahrplan ist direkt für 14 Monate möglich, der Verkehr des Regionalexpresses kann in seinem regulären Laufweg aufrechterhalten werden. Die Maßnahme kann schneller umgesetzt werden, da die Baustellen dauerhaft eingerichtet sind.

Nach 2024 gehen die Arbeiten in Düsseldorf erst richtig los. Wenn alles glatt läuft, könnte auf dem Abschnitt zwischen Hellerhof und Reisholz in vier Jahren Baurecht geschaffen sein. Hier muss mehr gemacht werden, als ein zusätzliches Gleis zu verlegen. Unter anderem wird beispielsweise der Reisholzer S-Bahnhof neu gemacht.