Düsseldorf-Garath hat nur noch Platz für mehr als 300 Wohnungen

Garath 2.0 : Garath hat Platz für mehr als 300 Wohnungen

Die Stadt stellt am Dienstag ein Konzept vor, wo neuer Wohnraum entstehen könnte. Zum Beispiel am Buchholzer Busch.

Die Stadt hat unter Federführung des Gartenamts für das Projekt Garath 2.0 ein Freiraum-Konzept erstellt. Dieses wird am Dienstag), 28. Mai, in der Sitzung der Bezirksvertretung vorgestellt. Seit längerer Zeit wird es von den Stadtteilpolitikern mit Spannung erwartet. Denn daraus ergeben sich auch Vorschläge, auf welchen Freiflächen die Stadt noch dringend benötigten Wohnraum schaffen kann. Bürger und auch Bezirkspolitiker befürchten, dass damit ein Stück der besonderen Lebensqualität von Garath verloren geht, denn sie schätzen den hohen Grünanteil.

Im Konzept „Freiraum und ergänzendes Wohnen“ werden acht Standorte genannt, die für das Schaffen von zusätzlichem Wohnraum in Frage kommen. Darunter befinden sich vier Grundstücke in städtischem Besitz. Das erste ist an der Carl-Friedrich-Goerdeler-Straße auf der Fläche des Bolzplatzes. Als zweites wird Am Kapeller Feld 60, die Rasenfläche und eine Teilfläche mit Kleinkinderspielplatz, genannt. Der dritte Standort befindet sich an der Lüderitzstraße 75 und 81, wo die alte Jugendfreizeiteinrichtung aufgegeben und verlegt wird. Der vierte Standort ist in Garath bereits vor drei Jahren heftig diskutiert worden und steht nun wieder auf der Tagesordnung: Am Buchholzer Busch, wo sich eine Freifläche mit waldähnlichem Bewuchs befindet.

Damals hatten Anwohner sich öffentlich dagegen gewendet, dass ein Teil des Buchholzer Buschs abgeholzt werden soll, um dort Wohnungen und Häuser zu bauen. Sie hatten für ihr Anliegen rund 1000 Unterschriften gesammelt. Das betreffende Gebiet ist als Baugebiet ausgewiesen. Nur von einem Fußweg getrennt, grenzt die Fläche nördlich an den Garather Stadtwald an. Südlich befindet sich das städtische Familienzentrum Stettiner Straße 32.

In der Broschüre des Freiraum-Konzepts heißt es, das Grundstück biete Raum für rund 28 Wohneinheiten. Das Familienzentrum hatte zwischenzeitlich angeregt, es für den Übergang als Spielfläche mit Bauwagen zu nutzen. Im Fazit des Konzepts wird diese Zwischennutzung nicht als „zielführend“ angesehen. Vor dem Hintergrund der insgesamt geringen Potenziale für ergänzendes Wohnen sollte das Grundstück Am Buchholzer Busch als planungsrechtlich gesicherte Wohnbaufläche nicht aufgegeben werden, lautet die Empfehlung.

An den anderen drei städtischen Standorten (Carl-Friedrich-Goerdeler Straße, Am Kapeller Feld 60, Lüderitzstraße 75 und 81) könnten zusammen 100 neue Wohneinheiten entwickelt werden. Empfohlen wird darüber hinaus auch die Nutzung einer derzeit unbebauten privaten 1,2 Hektar großen Fläche. Am Ortsrand von Garath-Südost in der Nähe des Schlossparks wären demnach Reihenhäuser für Familien gut zu realisieren, die Rede ist von etwa 87 Wohneinheiten. Dem Konzept ist zu entnehmen, dass die Stadt dem Eigentümer bereits ihre Unterstützung zur Entwicklung angeboten hat.

An weiteren drei Standorten im Besitz der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft SWD empfiehlt das Konzept ebenfalls Maßnahmen: An der Stralsunder Straße 147a, 159a und 171a durch ergänzende Reihenendhäuser. An der Greifswalder Straße 7 und 13 könnten die dreigeschossigen Gebäude durch viergeschossige Neubauten ersetzt werden. Und schließlich könnten Häuser in der Siedlung Wittenberger Weg mit bis zu drei Vollgeschossen aufgestockt oder durch Neubauten mit drei bis vier Vollgeschossen ersetzt werden. Bei einer eingeschossigen Aufstockung könnten 86 zusätzliche Wohneinheiten geschaffen werden.

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