Düsseldorf-Garath: Abenteuerspielplatz schränkt wegen Personalmangel Öffnungszeiten ein

Garath : Zu wenig Personal für Abenteuerspielplatz

Der Spielplatz ist für viele Kinder ein zweites Zuhause. Er muss immer schließen, wenn die Leiterin Doris Wolters in den Urlaub geht, denn seit zwei Jahren ist die zweite Stelle nicht besetzt. Sie wird im Mai endlich ausgeschrieben.

Stolz präsentiert Sebastian seine Wilde Maus. „Ich liebe es, Sachen zu bauen“, sagt der 13-Jährige und präsentiert stolz seine selbst gebaute kleine Holz-Achterbahn. Im Kassenhäuschen der wilden Maus warten bereits die Freunde des Siebtklässlers. Wann immer es geht, kommt er nach der Schule zum Spielen auf den Garather Abenteuerspielplatz.

Seit 45 Jahren ist der Spielplatz an der Reinhold-Schneider-Straße das zweite Zuhause vieler Kinder aus dem Stadtteil. Doch in den letzten Jahren gab es immer wieder personelle Engpässe, die zu verkürzten Öffnungszeiten und kurzfristigen Schließungen führten. Nun soll die zweite hauptamtliche Stelle wieder besetzt werden.

„Seit fünf Jahren komme ich hier jeden Tag nach der Schule hin“, sagt Sebastian. „Ich kann hier bauen und spielen, was ich möchte.“ Auf dem Abenteuerspielplatz hat er neben seiner Achterbahn bereits eine eigene kleine Hütte gebaut. Seine Freunde dagegen toben nun auf der Affenschaukel und füttern die Ziegen. Auch ein Gemüsebeet und eine große Halle mit Werkstatt, Billard und Tischkicker gibt es auf dem Gelände.

Dafür, dass sich Sebastian und seine Freunde auf dem 9000 Quadratmeter großen Spielplatz frei und ohne Eltern austoben können, ist die Leiterin Doris Wolters verantwortlich. Seit 35 Jahren arbeitet sie hauptamtlich auf dem Abenteuerspielplatz. „Der Spielplatz ist ein Freiraum für Abenteuer in der Stadt. Hier bestimmen die Kinder, was sie machen wollen“, sagt sie. Eine Anmeldung oder Begleitung von Eltern ist für die Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren nicht nötig. Und wenn es doch einmal Probleme gibt, steht Wolters den Kindern zur Seite. „Mit vielen Kindern habe ich mittlerweile eine fast familiäre Beziehung.“ Von einem blöden Schultag bis hin zur ersten Liebe teilen die Kinder viele Probleme mit ihr.

Doch seit der ehemalige Leiter vor fast zwei Jahren aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten musste, ist Wolters alleinverantwortlich. „Das schlaucht schon sehr“, sagt Wolters, die durch den Ausfall die Öffnungszeiten auf drei Tage die Woche reduzieren musste. Als sie sich dieses Jahr im März nach vielen Monaten einmal Urlaub nahm, musste der Spielplatz gar ganz schließen.

„In meiner Kindheit war ich hier jeden Tag. Jetzt kann ich mit meinen Kindern hier nur einzelne Tage in der Woche hin“, sagt Sonja Bergmeier, die nun mit ihren vier Kindern und ihrer Mutter auf dem Spielplatz ist. Der Familie gefalle der Abenteuerspielplatz so gut, dass sie am liebsten die ganze Woche hier verbringen würden, so Bergmeier. Nach fast zwei Jahren doppelter Arbeitsbelastung für Wolters und gekürztem Programm für die Familien ist nun ein Ende in Sicht: Im Mai wird endlich die zweite hauptamtliche Stelle ausgeschrieben. „Wir hätten das gerne schon viel früher getan“, sagt Armin Neth vom städtischen Jugendamt, das den Spielplatz betreibt. „Der Abenteuerspielplatz leistet einen großen Beitrag zur Arbeit mit Kindern im Stadtteil“, so Neth. Aus verwaltungstechnischen Gründen sei die Stelle jedoch lange Zeit blockiert gewesen. Neth: „Jetzt hoffen wir, dass bereits in diesem Sommer eine zweite Person bei der Betreuung hilft.“

Auch Wolters freut sich über die Verstärkung: „Mit der neuen Stelle können wir unsere Öffnungszeiten und Angebote wieder erweitern.“ Den 13-jährigen Sebastian und Familie Bergmeier wird man dann sicher noch häufiger bei ihrem zweiten Zuhause antreffen können.

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