Düsseldorf: Freizeitstätte Garath bekommt mehr Personal

Freizeitstätte Garath wird saniert : Freizeitstätte bekommt mehr Personal

Düsseldorfs größtes Bürgerhaus soll ab Sommer 2020 für 5,2 Millionen Euro saniert und umgebaut werden. Es ist für sein Kulturangebot über die Stadtgrenze hinaus bekannt.

Heute in einem Jahr ist in der Freizeitstätte Garath, dem größten Bürgerhaus in Düsseldorf, alles anders. Im kommenden Sommer soll der umfangreiche Umbau der Einrichtung beginnen. Aber natürlich müssen die kabarettbegeisterten Zuschauer, die über die Stadtgrenze hinaus zu den hochkarätigen Veranstaltungen kommen, nicht über 15 Monate kulturell fremdgehen. Für die bereits feststehenden drei Termine im zweiten Halbjahr 2020, wie Jürgen Becker am 12. September mit seinem neuen Programm „Die Ursache liegt in der Zukunft“, soll aller Voraussicht nach die Aula des Gymnasiums Koblenzer Straße gebucht werden.

Zudem strebt die Leiterin der Einrichtung, Maren Siegel, während der Umbauphase eine Kooperation mit der Jugendfreizeiteinrichtung Lüderitzstraße an, die aktuell neu gebaut wird und passend im zweiten Quartal kommenden Jahres fertig sein soll. Unter anderem das Kino Süd könnte dort weitergeführt werden. Die Bücherei und das Zentrum plus sind von den Arbeiten nicht betroffen, beide bleiben während des Umbaus normal zugängig. Damit die Besucher die Bücherei erreichen, wird es vom Parkplatz aus einen neuen Eingang geben. Für alle Mieter des Hauses hat Siegel bereits eine Ausweichmöglichkeit gefunden oder sucht sie noch.

Eigentlich hätten die Arbeiten an der Freizeitstätte schon 2018 beginnen sollen, doch sanieren im Bestand ist aufwendiger als neu bauen. Und so haben sich in den Monaten der Planung die Kosten deutlich von 3,8 auf 5,2 Millionen Euro erhöht. Unter anderem hat sich herausgestellt, dass die komplette Lüftungstechnik erneuert werden muss. Drei Millionen Euro konnten bereits aus Mitteln der Städtebauförderung eingesammelt werden – die beziehen sich auf die alte Kostenschätzung. Ob es möglich sein wird, auch für den finanziellen Mehraufwand an Fördergelder zu kommen, steht derzeit noch nicht fest.

Seit September leistet Maximilian Garsztka (18) seinen Bundesfreiwilligendienst in der Freizeitstätte ab. Foto: Andrea Röhrig

Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses beraten in ihrer Sitzung am 12. November über den Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss; der Stadtrat soll in seiner Sitzung am 28. November die endgültige Entscheidung fällen. Zwei Tage vorher hat auch die zuständige Bezirksvertretung 10 noch einmal die Möglichkeit, sich informieren zu lassen. Jugendamtsleiter Johannes Horn wird die Stadtteilpolitiker dann über die Maßnahme und das Personalkonzept informieren.

Ziel der geplanten Maßnahme ist es laut Verwaltung, die Einrichtung zu einem optisch, baulich und energetisch zeitgemäßen und vor allem zukunftsweisenden Bürger- und Kulturhaus weiterzuentwickeln. „Die Freizeitstätte soll in der Zukunft als (kultureller) Leuchtturm des Düsseldorfer Südens wahrgenommen werden und der Stärkung der Kommunikation und Transparenz im Stadtteil dienen, bürgerschaftliches Engagement, Initiativen, Beteiligungen und Freizeitpotenziale fordern und fördern“, heißt es in der Vorlage. Damit das Haus nach Sanierung und Umbau nicht nur äußerlich in neuem Glanz erstrahlt, sollen die fünf neuen Stellen unbefristet besetzt werden. Auch das soll der Rat in seiner Sitzung am 28. November entscheiden.

Ein architektonisches Schmuckstück seiner Zeit ist die Kegelbahn im Keller. Foto: Andrea Röhrig

Maren Siegel und ihr Team arbeiten bereits seit Monaten am neuen Konzept der Freizeitstätte. Sie soll offener werden. Wer von der Fußgängerzone aus künftig in die Einrichtung geht, soll von einer großen Informationstheke empfangen werden. Die gesamte Fassade soll sich dann samt Café zum Nikolaus-Groß-Platz hin öffnen. Im Fo­­yer soll es zu festgelegten Zeiten einen Ansprechpartner geben, der sowohl Tickets für die Veranstaltungen verkauft als auch Fragen rund um den Stadtteil beantwortet oder Kontaktadressen zu Ämtern und Institutionen bereit hält. Das ist eine der fünf Stellen, die neu geschaffen werden. Mehr Bürgerservice, nennt es die 49-Jährige. Zudem gibt es zwei neue Pädagogische Kräfte, die das Projekt Garather Schultüte weiterentwickeln sollen, einen Mitarbeiter, der während der Umbauphase zusätzlich in der Verwaltung mithilft sowie „endlich“, wie Siegel sagt, einen fest angestellten Veranstaltungstechniker. Bei den Musik- und Kabarett-Abenden wird dieser professionelle Service aktuell von außen eingekauft. Demnächst sollen  auch Vereine und Institutionen, die die Freizeitstätte nutzen, die Möglichkeit haben, auf einen Ton- und Lichttechniker zurückgreifen zu können.

Der Innenhof, der bislang nur ab und  an für Veranstaltungen genutzt wird, soll attraktiver gestaltet werden. Foto: Andrea Röhrig

Unter anderem wird aus der kaum noch genutzten Kegelbahn eine Lounge, in der künftig Billard gespielt werden soll. Damit die Bahn, die architektonisch ein Kind ihrer Zeit ist, nicht abgerissen werden muss, wird die Spielfläche als gestalterisches Element mit einer Glaswand vom Rest des Raumes abgetrennt. Zudem sollen Wände eingerissen werden, um größere Räume zu schaffen. Auch der Innenhof, der derzeit nicht oft genutzt wird, soll aufgewertet werden.

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