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Düsseldorf: Fläche für Supermarkt in Garath gesucht​

Viel Kaufkraft fließt aus dem Stadtbezirk 10 ab : Fläche für Supermarkt in Garath gesucht

Im Stadtbezirk 10, zu dem neben Garath auch Hellerhof gehört, gibt es aktuell keinen Lebensmittelvollsortimenter. In der Bezirksvertretung 10 gab es Ärger wegen des Gutachtens und einiger daraus resultierender Vorschläge.

Der Trend geht dazu, dass sich Lebensmittelvollsortimentler auf der grünen Wiese ansiedeln. Dort haben sie Platz für ihre großen Märkte. Vermeintlich unrentablere kleinere Geschäfte schließen hingegen. In den vergangenen Jahren waren das zwei im Stadtbezirk 10: Im Juni 2016 der Edeka an der Ricarda-Huch-Straße und Ende Mai 2021 der im Hellerhofer Einkaufszentrum. Wie passt das zusammen mit einer immer älter werdenden Bevölkerung und der dringend nötigen Mobilitätswende? Fragen, auf die Verwaltung und Politik Antworten werden finden müssen.

In den Hellerhofer Leerstand ist im Februar dieses Jahres ein Bio-Supermarkt eingezogen; in die Fläche im Garather Burgviertel nach langem Leerstand mit Tedi ein Non-Food-Markt. Unterm Strich ist klar, dass der Stadtbezirk 10 mit seinen 24.785 Bewohnern (Stand 2020), davon 19.050 in Garath, im Segment der Vollsortimentler unterversorgt ist, mit Lebensmittels decken sie sich vor allem in den ansässigen Discountern ein. Auch das Stadterneuerungsprogramm Garath 2.0 hat an dieser Problematik noch nichts ändern können.

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Doch jetzt will die Stadt auf Anregung der Stadtteilpolitik tätig werden. Der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung hätte eigentlich in seiner Sitzung am 9. Juni die Verwaltung beauftragen sollen, für Garath-Mitte auf Grundlage einer gutachterlichen Stellungnahme im Stadtbezirk geeignete Flächen für die Ansiedlung eines Lebensmittelvollsortimenters zu suchen. Doch dem machte die Bezirksvertretung gestern einen Strich durch die Rechnung.

Vor rund zwei Jahren hatte die BV die Verwaltung wegen der Supermarktschließungen damit beauftragt, sich um die Nahversorgung im Stadtbezirk zu kümmern. Cordula Klahn, Grünen-Fraktionssprecherin: „Das Umland schläft nicht, und uns läuft hier die Zeit davon.“ Doch das, was die Verwaltung an weiteren Vorschlägen, allerdings vor allem was Hellerhof betrifft, nun vorgelegt hat, empörte die Mitglieder quer durch die Fraktionen. Das Gutachten, auf dem das Handlungskonzept basiere, sei „schludrig“ erarbeitet worden, schimpfte etwa Christiane Sieghart-Edel, Vorsitzende der SPD-Fraktion in der BV. Ihre Fraktion hatte sich mit den Mitgliedern der CDU und Grünen in der BV noch am Nachmittag zu einer Krisensitzung getroffen.

Für Hellerhof sieht das Konzept vor, auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums ein großflächiges Mobilitätsangebot mit Bike+Ride- und Park+Ride-Plätzen auszuweisen. Das ist aus Sicht der Stadtteilpolitiker jedoch keine Weiterentwicklung des dortigen Einkaufsstandortes. Weitere Kritik: Die Stadtteilpolitiker hätten nur wenige Tage Zeit gehabt, sich mit dem Konzept zu beschäftigen. Deswegen beschlossen sie einstimmig, die kommenden Wochen zu nutzen, um sich zu den Vorschlägen zu positionieren, damit der Planungsausschuss in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause entscheiden könne.

In der gutachterlichen Stellungnahme kommt das Büro aus Köln zu dem Schluss, dass der Kaufkraftabfluss nach Benrath und Monheim sich verstärkt, wenn nicht gegengesteuert werde. Durch den Ausbau des Monheimer Nahversorgungszentrums Geschwister-Scholl-Straße mit Vollsortimenter und Drogeriemarkt würde sich diese Kaufkraftbewegungen vermutlich noch verstärken, heißt es in dem Gutachten. Und dabei ist in den beiden Stadtteilen Geld zum Ausgeben vorhanden: Für Garath nimmt das Büro einen Kaufkraftindex von 98,7 Prozent an, für Hellerhof liegt er bei 127,7 Prozent. Düsseldorf hat einen Durchschnittswert von rund 115,8 Prozent.

In der Summe steht im Stadtteil Garath ein nahversorgungsrelevantes Kaufkraftpotenzial von zirka 58 Millionen und im Stadtteil Hellerhof in Höhe von rund 22,6 Millionen Euro zur Verfügung. Die Stadtplaner kommen zu dem Schluss, dass dem Garather Zentrum ein Supermarkt „den erforderlichen Impuls zur Erreichung kaufkräftiger Kundschaft geben könnte, von dem auch die kleinteiligen Einzelhandels- und Dienstleistungsanbieter profitieren“. Die Verwaltung hatte berichtet, dass es früher bereits Interesse von Investoren zur Ansiedlung eines Lebensmittelsupermarkts und eines weiteren -discounters in Garath-Mitte gab. Aufgrund von fehlender und kompliziert umzusetzender Flächenverfügbarkeit habe bisher aber keine weitere Planung stattgefunden, berichtet die Verwaltung.