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Düsseldorf: Ausbau der Garather Sportanlage liegt auf Eis

Düsseldorfer Vereine haben von den Umplanungen aus der Zeitung erfahren : Ausbau der GSV-Anlage verschoben

Die Verwaltung will den Förderantrag für die Sanierung und den Bau eines Footballzentrums auf der Bezirkssportanlage an der Koblenzer Straße auf Herbst 2021 schieben. Baubeginn wäre dann wohl erst 2022.

Ein Beschluss der Verwaltung, die Sanierung der Garather Bezirkssportanlage an der Koblenzer Straße und den Bau eines Footballzentrums auf dem Gelände inklusive Stadionneubau um mindestens ein Jahr zu verschieben, ist von den betroffenen Vereinen Garather SV und Düsseldorf Panther mit Sorge aufgenommen worden. Beide Clubs hatten aus unserer Zeitung erfahren, dass die für 2020 geplante Antragstellung von Fördergeldern nun erst im Herbst 2021 erfolgen soll. Mit dem Baubeginn der 18,6 Millionen Euro teuren Maßnahme ist nicht vor 2022 zu rechnen ist.

Einerseits haben die Vereinsvorsitzenden Peter Heinen (GSV) und Michael Wevelsiep (Panther) Verständnis für diese Entscheidung, vor allem mit Blick auf eine wegen der Corona-Krise angespannte Haushaltslage. Andererseits weisen sie auf erhebliche Nachteile hin, die eine zeitliche Verzögerung mit sich bringt. „Wir wünschen uns die verabredete Kooperation mit den Panthern möglichst bald“, formuliert Heinen in einer Stellungnahme und betont die Dringlichkeit einer Sanierung der in die Jahre gekommenen Sportanlage.

„Der Naturrasenplatz, der aus den 1970er Jahren stammt, kann von uns schon lange nicht mehr genutzt werden“, nennt Heinen als Beispiel. Handlungsbedarf bestehe auch beim für den Trainingsbetrieb genutzten Kunstrasenplatz, auf dem die Amateurbegegnungen im normalen Ligabetrieb stattfinden. „Sollte eine notwendige Erneuerung des Kunstrasenplatzes erst 2022 möglich werden, müsste vorab eine Reparatur erfolgen, wodurch doppelte Kosten entstehen“, erklärt Heinen.

„Die Verzögerung trübt unsere Euphorie über eine eigene Heimstätte“, bekennt Michael Wevelsiep und befürchtet, dass sich das „Nomadenleben“ seiner Footballer noch lange Zeit fortsetzen werde. Bislang ist der Trainings- und Spielbetrieb der Panther behelfsmäßig auf verschiedene Plätze – etwa im Benrather VfL-Stadion und an der Merkur-Spielarena – verteilt.

Ein fester Umzug an die Koblenzer Straße mit ligatauglichem Stadion, Kabinen- und Funktionsräumen, wie es in den Planungen für eine bereits erfolgte Machbarkeitsstudie vorgesehen ist, würde den derzeit überaus hohen Organisationsaufwand beim Zweitligisten erheblich verringern und endlich Bedingungen schaffen, um sportlich konkurrenzfähig zu sein.

Mit Blick auf die Fußball-EM 2024, bei der Düsseldorf Spielort sein wird, malt Wevelsiep sogar ein düsteres Szenario. „Im ungünstigsten Fall würde uns zeitweise die Wiese an der Merkur Spiel-Arena überhaupt nicht mehr zur Verfügung stehen“, lautet seine Befürchtung. Wie die Panther eine solche Einschränkung verkraften können, steht in den Sternen.

Seitens der Stadt wird auf Anfrage unserer Redaktion versichert, dass die Sportverwaltung die Planung des Projekts unvermindert vorantreibe. Mit einem Abschluss der Entwurfsplanung werde bis Ende des Sommers gerechnet. Mit einer Umsetzung könne begonnen werden, wenn alle finanziellen Voraussetzungen erfüllt seien. Neben einer Finanzierung mit Bundes- und Landesmitteln in Kombination mit dem Stadterneuerungskonzept Garath 2.0 gehören auch Fördermittel der EU dazu.

Verzichtet wird beim Stadionbau offenbar auf eine achtspurige Laufbahn, wie es für eine wettkampfmäßige Nutzung nach nationalen und internationalen Vorgaben notwendig wäre. Wie auf eine entsprechende Anfrage der SPD-Fraktion in der zuständigen Bezirksvertretung 10 mitgeteilt worden ist, sind lediglich sechs Bahnen vorgesehen, um dem Platzbedarf, wie er von den beiden Vereinen formuliert worden ist, gerecht zu werden.