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Düsseldorf: Afrikanischer Verein zu Gast beim SV Garath

Beim Garather SV angekommen : Fußball ist ein Stück Heimat

Der Verein „Association des Camerounals de Düsseldorf“ (ACD), der sich für die Integration von Afrikanern einsetzt, musste den Sportplatz wechseln. Umgehend bot der Garather SV seine Anlage für die Familienfeste mit Fußball an.

„Willkommen beim Garather SV“ heißt es für eine fußball-begeisterte Schar von Hobbykickern mit afrikanischen Wurzeln. Sie treffen sich neuerdings sonntags auf der Bezirkssportanlage an der Koblenzer Straße und gestalten dort bei Spiel und Sport mit kleinem und großem Anhang ein munteres Familienfest. Fußball spielen, Musik hören, Picknick machen und einfach beisammen sein, das organisiert die „Association des Camerounals de Düsseldorf“ (ACD), ein gemeinnütziger Verein, der sich die Integration von Afrikanern – überwiegend aus Kamerun – zum Ziel gesetzt hat und dies mit kulturellen Angeboten und praktischer Alltagshilfe vom Friseurbesuch bis zum Behördengang umsetzt.

„Fußball ist ein hervorragendes Instrument für Integration“, weiß der ACD-Vorsitzende Hervé Teguim schließlich aus eigener Erfahrung – als er 2013 seine kamerunische Heimatstadt Duala für ein Studium in Deutschland verließ, waren es die Kontakte und die Sport- und Kulturevents des 2005 gegründeten Vereins der Kameruner in Düsseldorf, die ihm halfen, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden. Inzwischen erlebt der 30-jährige promovierte Datenfachmann mit Ehefrau Estelle und Sohn Tamen Deutschland als seine zweite Heimat. Und für den Liverpool-Fan sind folglich sein ehrenamtliches Engagement beim ACD und insbesondere das Fußballprojekt eine Herzensangelegenheit.

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Fremd fühlen in einem anderen Land, diese Erfahrung ist auch dem GSV-Boss Peter Heinen keineswegs unbekannt. In verschiedenen Ländern Afrikas hat Heinen als Unternehmensberater gelebt. In Kamerun hat ihm die freundlich-offene Art der Menschen das Eingewöhnen erleichtert.

Kein Wunder also, dass beim GSV die Bereitschaft groß war, Weltoffenheit zu zeigen, als die Fußballer des ACD bei der von Oberbürgermeister Stephan Keller unterstützten Suche nach einem neuen „Festplatz“ in Garath nachgefragt haben. Die alte Spielstätte an der Redinghovenstraße war wegen Umbauarbeiten nicht mehr verfügbar.

Ob Student oder Berufstätiger – wenn in Garath der Ball rollt, sind rund 60 Akteure mit Begeisterung dabei. Michel Tchatcheu, der seit 1999 in Deutschland lebt und als Ingenieur im Bereich Elektrotechnik arbeitet, reist extra aus Leichlingen nach Garath, um die Freunde zu treffen und durch Fußball fit zu bleiben. Der Routinier agiert bei den Begegnungen untereinander im Mittelfeld und verehrt BVB-Torjäger Erling Haaland – wegen dessen Schnelligkeit und Einsatzfreude.

Für ACD-Geschäftsführerin Tatiana Ngobo sind die kamerunischen Rituale bei den Treffen von besonderem Wert, damit die in Deutschland geborenen Kinder der Spieler ein Stück Heimat ihrer Eltern kennenlernen. „Fußballspielen ist ein solches Ritual“, sagt sie. 2-0 werden diese Treffen in Kamerun genannt. Und wenn es in der Fußballpause „Ndole“, eine kamerunische Gemüsespeise, gibt oder das Fleischgericht „Condre“ mit Kochbananen, dann duftet und schmeckt es in Garath nach Afrika.