Garath : Den Tod zum Thema machen

Die Ökumenische Hospizbewegung Düsseldorf-Süd hat sich personell neu aufgestellt. Michael Progl und sein Stellvertreter Joachim Ludewig führen den Verein, Anita Kramer verstärkt in Vollzeit das Koordinatorenteam.

Abschiede gehören zum Leben dazu. In manchen Fällen werden sie allerdings durch den Tod unumkehrbar. Zwei Abschiede hatte im vergangenen Jahr der Verein „Ökumenische Hospizbewegung Düsseldorf-Süd“ (ÖHB) zu verkraften: Vor einem Jahr starb der eine Mitbegründer, Klaus Thören, der dem Verein viele Jahre vorstand; und im Herbst gab die andere Mitbegründerin und stellvertretende Vorsitzende, Waltraud Wülfing, bekannt, dass sie aus Altersgründen nicht mehr für den Vorsitz kandidieren werde, um, wie sie sagte, der jüngeren Generation Platz zu machen.

Loslassen konnte Wülfing nach über 22 Jahren Vorstandsarbeit in dem 1996 gegründeten Verein auch deswegen, weil die Hospizbewegung personell so gut aufgestellt wurde, dass die Arbeit nahtlos fortgeführt werden konnte. Zum Vorsitzenden wurde Michael Progl gewählt, sein Stellvertreter ist Joachim Ludewig. Wenn man es so will, hat sein Beruf Progl ins Amt geführt. Er ist Anwalt, hat seinen Doktor gemacht und ist im Erbrecht tätig, er beschäftigt sich also auch beruflich mit dem Tod. Doch auf einer ganz anderen Ebene, der sachlichen und auch zumeist etwas abstrakten, dem „Wem hinterlasse ich nach meinem Tod was“. Oft stehen seine Klienten noch mitten im Leben. Zuvor war Progl bereits als Beisitzer im Verein tätig. An seiner neuen Funktion reizt ihn, sich nun auch auf der emotionalen Seite mit den Themen Tod und Sterben zu befassen.

Mit der Sozialpädagogin Anita Kramer hat der Verein zudem zum 1. Oktober eine neue hauptamtliche Koordinatorin hinzugewinnen können. Sie unterstützt die beiden Teilzeit-Koordinatorinnen Claudia Gelb und Ulla Goßen. Der Leitsatz des Vereins lautet „Begleiten bis zuletzt, weil Sterben Teil des Lebens ist.“ Umgesetzt wird das durch die vielen ehrenamtlichen Hospizmitarbeitenden. 36 der 44 Helfer begleiten Menschen auf ihrem letzten Weg. 44 waren es im vergangenen Jahr. Die Aufgaben der Ehrenamtler sind klar umrissen: Helfen bei der Bewältigung des Alltags, Angehörige entlasten, Zuhören und in letzter Konsequenz die sterbenskranken Menschen in den Tod begleiten. Dreh- und Angelpunkt ist das ÖHB-Büro an der Ricarda-Huch-Straße 2. Von dort aus wird auch der Einsatz der Ehrenamtler koordiniert.

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Alle haben zuvor einen Befähigungskursus für ehrenamtlich Mitarbeiter beim ÖHB durchlaufen. Regelmäßig werden diese angeboten, um neue Helfer zu gewinnen. Im September hat ein weiterer Lehrgang mit zehn Interessierten begonnen, in wenigen Tagen endet er. Die Kurse sind für Menschen gedacht, die sich vorstellen können, unheilbar kranke Erwachsene mit begrenzter Lebenserwartung in ihrem häuslichen Umfeld, in Pflegeeinrichtungen, im Krankenhaus oder im stationären Caritas-Hospiz in Garath begleiten zu wollen. Nicht immer gehen alle Absolventen in die Sterbebegleitung. Denn auch wenn der Tod zum Leben gehört, heißt es dabei, sich mit der eigenen Sterblichkeit zu beschäftigen.

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