Caritas Jugendprojekt zum Zusammenhalt in Düsseldorf Garath

Jugendprojekt: Fotos vom Zusammenhalt

Bei einer deutschlandweiten Foto-Aktion der Caritas haben sich Jugendliche auf die Suche nach Gemeinschaft in Garath begeben.

Auf den bunten Pappschildern, die gestern an einer Wäscheleine unweit des Garather Bahnhofs hingen, sind Polaroid-Fotos aufgeklebt. Darauf zu sehen: Ein alter Mann mit seinem Hund, ein Fahrrad, dass an einer Wand lehnt, ein paar Polizisten und einige Kinder auf einem Klettergerüst. Scheinbar haben die Motive nichts gemeinsam. Doch für die Schüler der Fritz-Henkel-Schule vermitteln sie ein Gefühl: Zusammenhalt.

Die Aktion ist Teil der Kampagne „ZusammenHalt machen“ der Caritas. Mit einem Kleinbus fahren Mitarbeiter der Organisation durch ganz Deutschland, um mit Menschen über gesellschaftlichen Zusammenhalt zu diskutieren. Eine von ihnen ist Hanna Beck. „Das Thema ist sehr komplex“, sagt sie. Es gebe verschiedene Aspekte des Begriffs, und für jeden Menschen bedeute er etwas anderes. „Klar ist aber, dass das Thema in unserer Gesellschaft höchste Bedeutung hat“, so Beck.

Beim Halt des Busses in Garath – einer von insgesamt 16 Stationen – ist sie dem Zusammenhalt daher gemeinsam mit Schülern der siebten Klasse der Fritz-Henkel-Schule nachgegangen. Für die Kinder gab es eine Diskussion zum Thema, danach wurden sie mit Polaroid-Kameras ausgestattet und auf Motivsuche geschickt. „Zusammenhalt zu fotografieren ist sicherlich eine schwere Aufgabe“, gibt Beck zu. Dennoch sei es gerade in einem Stadtteil wie Garath, wo es viele soziale Probleme gibt, wichtig, dass die jungen Menschen sich mit Zusammenhalt und gesellschaftlicher Verantwortung befassen.

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Kreativ sind die Ergebnisse, die die Schüler nach einigen Stunden am Caritas-Bus für Passanten präsentieren. Besonders fleißig fotografiert hat das Trio Tara, Caroline und Vasiliki. Eines ihrer Fotos zeigt einen Mann mit einem kleinen Hund an der Leine. „Ich finde, es gehört zum Zusammenhalt, dass man rücksichtsvoll ist“, erklärt Vasiliki ihr Bild, „zum Beispiel, wenn man das Geschäft von seinem Hund wegmacht.“ Ihre Freundin Caroline fügt hinzu: „Ich habe ein Fahrrad fotografiert, das nicht abgeschlossen war. Wer sein Fahrrad nicht abschließt, vertraut anderen Leuten.“ Ein weiteres wichtiges Thema für die Kinder war das Vertrauen in Nothelfer. Mehrere Bilder zeigen beispielsweise Polizisten oder Feuerwehrleute. Auch Freundschaft auf dem Spielplatz und Kollegialität bei der Arbeit wurden auf Polaroid festgehalten.

Der Bus, mit dem die Caritas auch bei den anderen Stationen Eindrücke von Kindern sammelt, stammt aus Düsseldorf. Deswegen kam Martin Ruster gestern die Aufgabe zu, das Fahrzeug zu segnen. Für den Garather Pfarrer ist Zusammenhalt ein hoch aktuelles Thema. „In unserer Gesellschaft wird immer wieder Individualismus als Ideal gezeigt“, sagt der Geistliche. Es fehle an verbindenden Elementen zwischen den Menschen, und wenn es sie gäbe, so seien sie oft radikal und damit eher schädlich für die Allgemeinheit. Auch deswegen hofft Pfarrer Ruster, dass die Jugendlichen von der Aktion der Caritas etwas für ihr weiteres Leben mitnehmen können.