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Düsseldorf: Beschwerden über das Bürgerbüro in Garath

Düsseldorf : Beschwerden über das Bürgerbüro in Garath

Beim OB-Dialog mit Thomas Geisel in Düsseldorf-Garath wurde auch über die Themen ÖPNV und die neue Papiertonne gesprochen. Der OB erschien leicht verspätet, hatte dafür aber eine gute Erklärung.

Gegen 18.30 Uhr machte sich etwas Unruhe im Saal der Freizeitstätte Garath breit. Die rund 60 Bürger erwarteten den Hauptakteur des Abends, Oberbürgermeister Thomas Geisel, der zum Stadtteilgespräch geladen hatte. Mit 15 Minuten Verspätung trafen Geisel und sein Team ein. „Ich möchte die Schuld nicht auf die Deutsche Bahn schieben“, so Geisel, „wir sind in die falsche Bahn gestiegen.“

Nach einer kurzen Klärung der Spielregeln, Fragen konnten persönlich oder per ausliegenden Fragekarten gestellt werden, ging es dann in den Dialog mit den überwiegend älteren Garathern. Der erste Anwohner hat ein Problem mit der blauen Mülltonne, die zu Beginn des Jahres eingeführt wurde. „Mein Nachbar und ich wollten die Tonne in einem abschließbaren Schrank neben den anderen Tonnen unterbringen“, schilderte er die Situation. „Allerdings warten wir seit Februar auf eine Genehmigung.“

Problem sei wohl, dass die Mülltonnen an einen Parkplatz grenzen und das Amt für Verkehrsmanagement Bedenken hat. „Wenn die anderen Tonnen dort bereits stehen, wird es auch noch Platz für die neue blaue Tonne geben“, kommentierte Geisel und versprach, sich der Sache anzunehmen.

Der nächste Bürger regte an, dass die Stadtsparkasse für Düsselpass-Inhaber eine Ermäßigung der Kontoführungsgebühr oder gar einen Erlass anbieten solle. „Ich habe Sympathien für diese Idee“, erklärte der OB. „Allerdings ist die Sparkasse ein sehr selbstbewusst geführtes Unternehmen, wie ich aus eigener leidvoller Erfahrung sagen kann.“ Dennoch versprach er, das Thema als Verwaltungsratsvorsitzender mit in die nächste Sitzung zu nehmen. „Aber auch Sie als Kunde sollten diese Idee anregen und die Sparkasse an ihren öffentlichen Auftrag erinnern.“

Auch das Thema Nahverkehr brannte den Garathern unter den Nägeln: sei es die Verbesserung der Radwege in die Stadt, die Ausfälle und Verspätungen der S 68 oder gar die kostenlose Nutzung des ÖPNVs, wie es bereits in anderen europäischen Metropolen Usus ist.

Geisel teilte die Ansicht, dass der Öffentliche Nahverkehr in Düsseldorf Optimierungsbedarf hat: „Einige Tarife der Rheinbahn müssen wir uns genau anschauen, da sie mit Sicherheit zu teuer sind. Der ÖPNV muss  attraktiv sein und funktionieren, um eine Alternative zum Auto zu sein.“ Eine Gratisnutzung sei aber nicht zielführend. „Wenn Dinge umsonst sind, sinkt der Anspruch, was Sauberkeit, Sicherheit sowie Pünktlichkeit angeht.“ Ferner seien nicht alle Teile Düsseldorfs gleich gut angebunden, wodurch eine Finanzierung durch Steuergelder nicht gerecht sei.

Gleich von mehreren Garathern wurde die schlechte Terminvergabe beim Bürgerbüro bemängelt. „Es hat zwei Wochen gedauert, einen Termin zu bekommen“, schilderte eine Anwohnerin. „Online war nichts zu machen und auch um kurz nach acht konnte man vor Ort keinen Wartezettel mehr ziehen.“ Auch hier gelobte Geisel Besserung. Unbesetzte Stellen seien ein Grund.

Zum Abschluss gab es aber auch mal ein Lob für Geisel. „Wir freuen uns über den Neubau des Lüderitz-Clubs“, sagte ein Junge.