An der Jakob-Kneip-Straße in Garath müssen Mieter ausziehen

Bauprojekt in Garath : Auszug wegen Aufzug

In Garath sollen mehrere Häuser modernisiert und aufgestockt werden. Die Mieter müssen teilweise ausziehen, die Rheinwohnungsbau verspricht angemessene neue Wohnungen.

Normalerweise sind die Plätze für Bürger bei den Sitzungen der Bezirksvertretung (BV) eher spärlich belegt. Doch bei der Sitzung der BV 10, zuständig für Garath und Hellerhof, war es diesmal anders: Gut 30 Interessierte hatten im Saal der Freizeitstätte Platz genommen. Grund dafür war der Besuch von Thomas Hummelsbeck, Geschäftsführer der Rheinwohnungsbau, die ein Bauprojekt im Garather Südwesten plant und dies in der BV vorstellte.

Betroffen sind sieben Häuserkomplexe an der Jakob-Kneip-Straße mit insgesamt über 130 Wohnungen. Die Gebäude stammen aus den 1960er-Jahren und wurden seitdem kaum modernisiert. Dies will die Rheinwohnungsbau nun in Angriff nehmen, bis 2023 sollen die Häuser umfassend saniert werden. Bei 14 Gebäude ist außerdem die Aufstockung um ein Stockwerk geplant, in diesen Häusern soll zusätzlich ein Aufzug eingebaut werden. Der Baustart ist für 2021 geplant.

Das Problem bei dem Vorhaben: Die Aufzüge müssen innerhalb des Gebäudes eingebaut werden, dort, wo Wohnraum ist. Die betroffenen Wohnungen müssten leergezogen werden, wären während der Arbeiten nicht bewohnbar und danach um ein Zimmer kleiner. Nach aktuellen Plänen sind davon 42 Wohneinheiten betroffen. Die Rheinwohnungsbau bietet eine Unterbringung in anderen Immobilien des Unternehmens an, will auch den Umzug organisieren. „Und wer nach den Arbeiten nach Garath zurückkehren will, für den finden wir eine Lösung“, versprach Hummelsbeck in der BV.

Durch die Modernisierung, so führte der Geschäftsführer weiter aus, würden auch die Mieten leicht angehoben werden, von 5,77 Euro pro Quadratmeter auf dann 6,80 Euro, bei den neuen Wohnungen im obersten Stockwerk 7,60 Euro.

Dieses Vorhaben sorgte unter den Anwohnern der Jakob-Kneip-Straße für heftigen Widerstand. Viele der Hausbewohner leben bereits seit Anfang an dort und können sich nicht vorstellen, ihr Lebensumfeld zu verlassen. Während des Vortrags von Thomas Hummelsbeck gab es immer wieder Protest aus den Zuschauerreihen, teilweise wurde der Vorsitzende der Rheinwohnungsbau beschimpft; die starke Ablehnung der anwesenden Bürger war besonders im Kontext auf die Aufzüge, die den Auszug einiger Mieter nötig machen, deutlich spürbar. Auch einige Bezirksvertreter sprachen sich gegen das Vorhaben aus. So sagte Adelheid Schliwa (CDU), bei den Anwohnern würde das Vorhaben als „Katastrophe“ wahrnehmen.

Thomas Hummelsbeck jedoch verteidigte die Modernisierung: Er verwies auf den mangelnden Wohnraum in Düsseldorf, versprach Gespräche mit jedem betroffenen Anwohner, von denen ein Großteil bereits stattgefunden habe. Die neuen Wohnungen seien eine gute Nachricht für Menschen, die auf bezahlbaren Wohnraum in Düsseldorf warteten. „Die Stadt wächst, es muss verdichtet werden, und in Garath wird dies möglichst maßvoll geschehen“, versprach er den Anwesenden zum Abschluss. Zufrieden dürften die Betroffenen mit den Ausführungen dennoch nicht sein, und auch in der Stadtteilpolitik wird das Thema noch diskutiert werden.