Alfred Wagner betreibt die Geschichtswerkstatt in Düsseldorf Garath

Geschichtswerkstatt : Das Gedächtnis von Garath

Alfred Wagner ist Gründer und Leiter der Geschichtswerkstatt von Garath. Er sammelt Fotos, Zeitungsausschnitte und historische Dokumente. Für Ausstellungen und Vorträge ist sein Fundus gefragt.

Gegen Lobeshymnen ist der Hellerhofer Alfred Wagner immun, auch wenn sie ihm für sein Ehrenamt häufig zuteilwerden. „Ich tue das, weil es mir Spaß macht“, betont der 88-Jährige. Der Spaß gilt seiner Leidenschaft für Geschichte und ganz besonders für sein Amt als Gründer und Vorsitzender der „Geschichtswerkstatt Garath/Hellerhof“. Bei der Jahresversammlung wollte er sein Amt aus Altersgründen niederlegen, aber jetzt bleibt das erst einmal in seinen bewährten Händen. „Ich habe Jürgen Bohrmann als meinen Stellvertreter immer eingebunden und still und leise vorbereitet, dass er mein Nachfolger wird“, meint Wagner verschmitzt. Dass sei nach wie vor der Plan, allerdings erst in zwei Jahren, wenn sein designierte Nachfolger beruflich in den Ruhestand geht.

Alfred Wagner geht das Herz auf, wenn er von den „alten Kamellen“ erzählt, die ihm zufällig in die Hände fielen. „Ein Bekannter brachte mir von einer Entrümplung ein Fotoalbum mit Zeitungsausschnitten und Bildern“, erinnert er sich. Sogar ein Ausschnitt vom 1. Spatenstich für den Stadtteil Garath am 1.2.1961 gehörte dazu. „Wolfgang Sauer vom Benrather Heimatarchiv hat sich alles angesehen und zu mir gesagt ‚das ist ein Schatz“, erzählt der pensionierte Journalist Wagner. So bestärkt bot sich bald die Chance für die geschichtsträchtigen „Kamellen“, als 2010 von der Bezirksvertretung Ideen für das 50-jährige Jubiläum von Garath gesucht wurden. „Ich habe vorgeschlagen, ein Archiv zu gründen“, erzählt Alfred Wagner. „Bravo, mach mal“, hieß es von allen Seiten. Und er machte. „Geschichtswerkstatt“ sollte die Sammlung heißen, „Archiv klingt nach verstaubten Akten“, sagt der Gründer schmunzelnd. Seine ureigene Begeisterung für Geschichte wirkt mitreißend, und Wagner freut sich noch heute über Hilfe von allen Seiten. Nur die Räumlichkeiten erwiesen sich als schwieriges Kapitel. „Zunächst standen die vollen Tüten und Aktenordner in einer Garage“, erinnert sich Wagner. Seit 2013 haben die Werke ihr offizielles Domizil unter dem Dach des SOS-Kinderdorfs in der Matthias-Erzberger-Straße. Parallel trieb Alfred Wagner, das “Wie“ herum. Ein Verein mit formalem Überbau schien ihm zu kompliziert. Dankbar nahm er deshalb das Angebot der Bürger- und Interessengemeinschaft Garath (BIG) an. „Im Dezember 2016 wurde die Geschichtswerkstatt als Abteilung der BIG aus der Taufe gehoben. Spontan meldeten sich 13 Mitglieder, jetzt sind wir 25“, erzählt er.

Ausstellungen vorbereiten, Vorträge halten – Alfred Wagner und sein Fundus sind immer mehr gefragt. In zwei Jahren heißt es den „Staffelstab“ weitergeben. Bis dahin ist Ausruhen nicht seine Sache. „Jedes Mitglied zählt und wir brauchen mehr“, sagt der 88-jährige, die nächsten Ideen für neue Mitstreiter im Sinn.

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