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Oberkassel: Galerie Eikelmann zeigt Meisterwerke

Oberkassel : Galerie Eikelmann zeigt Meisterwerke

"Ten Masterpieces" lautet der Titel der aktuellen Ausstellung, die Rückschau und Ausblick zugleich ist. Dabei werden unterschiedliche Künstler mit jeweils einem Werk präsentiert. Allen Bildern gemeinsam ist ihre Gegenständlichkeit.

Der Jahreswechsel ist eine gute Gelegenheit, um Altes zu verabschieden und Neues zu begrüßen — und so hält es auch Burkhard Eikelmann. Der Kunstsammler mit Galerie in Oberkassel zeigt zurzeit Werke von internationalen Künstlern, die entweder bereits bei ihm ausgestellt haben oder in diesem Jahr bei ihm ausstellen werden. Der Stil der Bilder ist ähnlich, sie sind fast alle figurativ und strahlen in kräftigen Farben, wie sie in der Pop-Art verwendet werden. Und was sie ebenfalls gemein haben, ist das große Format. David Behning, Mitarbeiter der Galerie Eikelmann: "Jedes Bild hat mindestens eine Seite, die zwei Meter misst."

Der Titel der Ausstellung lautet "Ten Masterpieces", übersetzt "Zehn Meisterwerke". Eigentlich sind es aber nicht zehn, sondern elf Arbeiten, die in dem Ladenlokal an der Dominikanerstraße hängen. "Wir haben spontan noch einen Künstler dazu genommen", so Behning. Und zwar den Chinesen Gao Tien Yi. Sein Gemälde zeigt ein asiatisches Kind in einer grünen Uniform vor rotem Hintergrund.

Das Bild hat Burkhard Eikelmann vor einigen Jahren Gao Tien Yi in einem Künstlerdorf nahe Peking persönlich abgekauft. Damals war der Galerist als Teil einer Delegation mit dem damaligen Düsseldorfer Regierungspräsidenten Jürgen Büssow nach China gereist. Für den Transport im Flieger musste er das Bild vom Rahmen lösen und es zusammenrollen. In Düsseldorf wurde es dann fein säuberlich wieder aufgespannt.

Aber nicht jeden Künstler hat Eikelmann persönlich getroffen. Franziska Holstein aus Leipzig zum Beispiel nicht. "Sie weiß gar nicht, dass ein Bild von ihr hier hängt", sagt Behning. Ihr Werk ist in zwei Teile geteilt. Die linke Hälfte zeigt Koteletts in einer Pfanne über einem Herd, der aus 70er-Jahren stammen könnte. Die rechte Bildhälfte ziert ein Schriftzug — vermutlich ein Ausschnitt einer Werbung. "Leipziger Schule", kommentiert Behning.

Oder Peter Nadin, dessen Gemälde ein Künstler-Atelier zeigt: Auch ihn traf Eikelmann nicht persönlich, sondern kaufte das Bild in London auf einer Messe einem anderen Kunsthändler ab. Es sei eines der letzten Werke vor einer 20-jährigen Schaffenspause des Briten gewesen, berichtet Behning. Das Werk von Nadin, das als Titelbild den Ausstellungsflyer ziert, ist bereits verkauft und verlässt in diesen Tagen die Galerie. Noch zu haben ist das Bild von Nathan Ritterbusch. Es besticht durch die Komposition von Figuren mit modernen Ornamenten und eine Art Verwacklungseffekt, der über dem Bild liegt. Der amerikanische Künstler hat schon mehrmals bei Eikelmann ausgestellt.

London, China, USA: Bei so viel Internationalität ist klar, dass nicht jeder Künstler zur Vernissage kommen kann. Nur Christoph Platz war anwesend, der die einzigen zwei Skulpturen der Malerei-lastigen Ausstellung beisteuert. Bei Einzelausstellungen sei das anders, sagt Behning: "Dann fliegen wir die Künstler ein."

Der nächste Flug allerdings wird inländisch sein: Das Duo Maike Abetz und Oliver Drescher lebt nämlich in Berlin. Die beiden stellen im Februar aus. Einen Vorgeschmack bietet ihr Gemälde der aktuellen Ausstellung, das durch die wilde Zusammenstellung von einzelnen symbolträchtigen Elementen wie einer Krähe, einer Kamera und einem Apfel zu einem funktionierenden Ganzen überzeugt.

(RP)