Friedrichstadt/Unterbilk: Tillys Kunst hat jetzt einen Stammplatz im Café H18

Friedrichstadt/Unterbilk: Tillys Kunst hat jetzt einen Stammplatz im Café H18

Alles ist frisch renoviert im Hinterhof-Café H18 an der Herzogstraße. Die Lederbank strahlt in sattem Sonnengelb, Holztische und Stühle sind ebenso neu wie Speisekarte und Fotowand: Dort hängt nun eine Auswahl von Entwürfen und Zeichnungen, die Jacques Tilly, der Baumeister des Karnevals, geschaffen hat.

Denn Susanne Willer, ihres Zeichens Caféhaus-Betreiberin und im Karneval als Närrische Marktfrau unterwegs, ist mit dem inzwischen zum Star des Düsseldorfer Karnevals aufgestiegenen Künstler und Satiriker befreundet und will ihn zur "Ganz-Jahres-Marke" machen. "Ich finde es schade, dass Tillys Arbeiten nach Rosenmontag wieder in der Versenkung verschwinden, die Wagen und vielen Figuren zerstört werden", sagt die 52-Jährige.

Das soll sich ändern, neben der Fotowand sind Ausstellungen der Großplastiken im Hinterhof geplant, und die Menükarte wird um die Lieblingsspeise Tillys, Spaghetti mit Pesto, ergänzt. "Vor 30 Jahren, als hier noch keiner frisches Basilikum kannte, habe ich das Rezept aus Ligurien mitgebracht", erzählt Tilly. Statt der üblichen Pinienkerne zermahlt er im Mörser Walnüsse. "Die sind aromatischer." Und weil das Café auf seinem Radweg über die Kniebrücke ins linksrheinische Atelier liegt, macht der Meister oft Halt im H 18. Dort wird auch sein närrisches 3-x-11-Jahre-Jubiläum gefeiert: 1983 hat Tilly die ersten politischen Wagen gebaut.

(dh)