Friedrichstadt : Tiefgarage unter Grundschule?

An der Talstraße soll für die Kinder der Regenbogenschule ein Neubau entstehen. In der Bezirksvertretung 3 beharrte die Politik zunächst auf einer Garage unter und Wohnbebauung auf dem Gebäude, machte dann aber einen Rückzieher.

Die Stadt hat zu wenig Platz für Schüler. Düsseldorf hat aber auch zu wenig Parkplätze und nach wie vor zu wenig Wohnraum. Das führte in der Bezirksvertretung 3 nun zu einer Diskussion, die ein grundsätzliches Problem aufwirft: Welche der drei genannten Faktoren genießt am Ende Vorrang?

Das war geschehen: An der Talstraße 76 soll eine neue dreizügige Grundschule entstehen, gegen die entsprechende Bauvoranfrage hatte in der Sitzung auch niemand etwas gegen einzuwenden. Nach Fertigstellung Anfang 2020 sollen dort die Kinder der Regenbogenschule einziehen, die sich bisher ein Gebäude an der Jahnstraße mit der St. Peter-Schule teilen müssen - aber der Platz reicht angesichts der steigenden Schülerprognosen hinten und vor ne nicht mehr. Der Neubau würde an die bestehende Turnhalle angrenzen. Die rückwärtig vorhandene Dependance der Dumont-Lindemann-Hauptschule soll abgerissen werden, Mitte 2019 läuft der Schulbetrieb wegen sinkender Anmeldezahlen dort aus. So weit, so gut.

Nun kam in der Politik aber die Frage auf, ob sich nicht auch eine Tiefgarage unter und eine Wohnbebauung auf der Schule realisieren ließe. "Das Gesamtkonzept ist nicht schlüssig. Das ist die einzige Chance in Friedrichstadt, wo der Parkdruck enorm hoch ist, noch eine Quartiersgarage zu verwirklichen. Auch Wohnungen müssen möglich sein", argumentierte Gerd Deihle (SPD). Parteikollege Udo Figge erinnerte daran, dass noch reichlich Geld im Topf mit der Parkplatzablöse sei. "Es ist in Friedrichstadt nachts fast unmöglich, legal zu parken. Und dann kommen die Rettungsfahrzeuge nicht durch." Auch Bernhard Piltz (FDP) kritisierte: "Die Planung nutzt das Gelände nicht aus." Zumal der Neubau bei der Höhe die sich anschließende Wohnbebauung sogar noch unterschreite, Wohnen daher auf dem Gebäude durchaus machbar sei. Das möge ja sein, warf Michael Köhler, Projektingenieur der städtischen Tochtergesellschaft Immobilien Projekt Management (IPM), die das Bauprojekt verantwortet, ein. "Der Bebauungsplan weist aber die Nutzung Schule aus", eine Änderung könnte bis zu zwölf Monate Verzögerung bedeuten. Schlecht für die Schüler. Außerdem würde der Bau einer Tiefgarage zwangsläufig nach sich ziehen, dass der Schulhof als Baustraße benötigt werde. Eine Wohnbebauung wiederum würde zwei separate Treppenhäuser erfordern. All das zusammengenommen würde den avisierten Zeitplan komplett durcheinanderwürfeln. "Wir können frühestens 2019 anfangen, müssen aber 2020 fertig werden", sagte Köhler.

Restlos überzeugen konnte das die Politiker nicht, die nach einigem Hin und Her den Bauvorentscheid dennoch abwinkten - jedoch nur mit dem Zusatz, die Verwaltung möge doch noch einmal intensiv darüber nachdenken, ob es nicht doch eine Möglichkeit gebe, Schule, Wohnen und Parken unter einen Hut zu bekommen.

In diesem Zusammenhang konnten auch noch einige andere offene Fragen zum Schulneubau (mit Klinkerfassade) geklärt werden. Für ein Lehrschwimmbecken sei nicht genug Platz, so Köhler, "sonst können wir nicht mehr die erforderlichen fünf Quadratmeter pro Schüler gewährleisten". Auch eine Hausmeisterwohnung sei nicht vorgesehen. Die Sporthalle hingegen sei noch ganz gut in Schuss, hier reiche eine Teilsanierung, so müssten etwa die sanitären Anlagen erneuert werden, erklärt Köhler. Ob eine separate Busspur vor der Schule möglich sei, müsse erst mit dem Amt für Verkehrsmanagement abgeklärt werden. Eine Photovoltaikanlage könne dagegen zumindest zu einem späteren Zeitpunkt auf dem Dach installiert werden, "ein Strang wird gelegt", so Köhler.

(RP)