Friedrichstadt : Seniorin sagt nach Überfall aus

Sie hatte sich auf ihre Lieblingssendung gefreut, die ARD-Mittagssoap "Rote Rosen". Dafür war eine inzwischen 81-jährige Rentnerin im September 2015 gegen 14 Uhr nach Hause gegangen - und wurde an ihrer Wohnungstür plötzlich niedergerissen. Sie geriet in die Hände von zwei Räubern, die sie fast eine halbe Stunde drangsalierten, bis sie in der Wohnung rund 350.000 Euro fanden.

Mit fester Stimme hat das 81-jährige Raubopfer gestern vorm Landgericht gegen einen 54-Jährigen ausgesagt. Er hatte zu Prozessbeginn aber bestritten, am Überfall mitgewirkt zu haben. Er könne den Stempel eines Grenzübergangs vorweisen, sei zwei Tage vor dem Raub an der Corneliusstraße aus Deutschland ausgereist.

Kostbaren Schmuck, aber auch einen Gold- und einen Silberbarren hätten die Täter nicht angerührt, sagte die Zeugin gestern. "Das hat die nicht interessiert, die wollten nur Geld, Geld." Dazu habe einer die Seniorin niedergerungen und ihr seinen Handballen auf Nase und Mund gedrückt, während der Komplize die Wohnung durchstöberte. Von ihrer Todesangst hatte die Seniorin schon im Prozess gegen einen Verdächtigen gesprochen, der Ende 2016 zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt wurde. Den jetzt solo angeklagten 54-Jährigen konnte die Rentnerin nicht sicher identifizieren. Vom Typ her stimme der Angeklagte mit dem damaligen Drahtzieher überein, aber der Täter sei blond gewesen. Fotos belegen aber, dass der Angeklagte damals grau meliert war. Sein Prozess wird fortgesetzt.

(wuk)
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