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Friseurin entwickelt Shampoo-Flaschen zum Nachfüllen

Biofriseurin in Friedrichstadt : Shampoo aus der Pfandflasche

Petra Neumann zählt zu den wenigen Bio-Friseurinnen in der Stadt, sie verzichtet komplett auf Chemikalien. Zusammen mit Christina Dehn hat sie jetzt die Idee entwickelt, Bio-Shampoo in Glasflaschen abzufüllen.

Petra Neumann ist auf vielen Gebieten kompetent. Als Yogalehrerin zum Beispiel oder als Ernährungsberaterin. Sie ist aber vor allem eines: Naturfriseurin. Das klingt erst einmal gar nicht so spektakulär. Wer aber weiß, dass die Branche zum Färben oder für Dauerwellen ohne Chemikalien kaum auskommt, wird vielleicht hellhörig. Neumann verwendet nur Pflanzenfarben. Rote Bete, Johannisbeeren, Walnüsse oder auch Rhabarberwurzeln gehören zu den Bestandteilen. Immer mehr Kundinnen wissen das zu schätzen und kommen in ihren Salon „Organic“.

Das alles ist Petra Neumann wichtig, es ist ihr aber nicht genug. „Ich verfolge einen ganzheitlichen Ansatz“, sagt sie. Da spielen ihre anderen Talente eine große Rolle, missionieren will die Friseurin aber auf keinen Fall. „Ich mache da kein Gedöns draus. Wenn der Kunde es aber zulässt, gebe ich gerne ein paar Tipps zu Themen, die nichts mit Haaren zu tun haben. Das wird natürlich nicht berechnet.“

Die so bescheidene Petra Neumann weiß Christina Dehn als Freundin an ihrer Seite. Das ist gut so, denn sonst wäre ein guter Einfall vielleicht in dem kleinen Laden an der Bilker Allee weitgehend unbemerkt verpufft. Es geht um ein aktuelles Problem und wie jeder im Kleinen etwas zu einer Lösung beitragen kann: die Vermeidung von nutzlosem Verpackungsmüll. Die Idee: Hochwertiges Bio-Shampoo und Haarbalsam in Pfandflaschen aus Glas anzubieten, die wiederverwendbar sind und im Salon nachgefüllt werden können. Die Produkte einer Manufaktur aus Österreich werden in großem Gebinde bestellt und von Petra Neumann per Hand in Braunglasflaschen abgefüllt. „Mit der Pfandflasche wird der bisher anfallende Plastikmüll vermieden“, sagt Christina Dehn, die mit ihrer Agentur Strandgut Design als treibende Kraft bei der Vermarktung für Konzept, Etikettengestaltung und alle begleitenden Werbemaßnahmen zuständig ist. „Ich bin da manchmal eine ganz schöne Nervensäge“, sagt Dehn.

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„Wir haben sogar mit dem Gedanken gespielt, ein eigenes Shampoo zu entwickeln, die Auflagen dafür wären aber zu hoch gewesen“, so Neumann, die nun beim Abfüllen aus einem Kanister eine Portion Geduld mitbringen muss. „Shampoo ist ganz schön zähflüssig, das ist so ein bisschen wie Melken. Das dauert, bis so eine Flasche voll ist.“

Mit 14 Euro ist das Bio-Shampoo zum Nachfüllen nicht ganz billig (zwei Euro Pfand für die Flasche). Dehn ist aber überzeugt, dass die Idee nicht nur zur Kundenbindung beiträgt, „sondern vor allem auch ein Bewusstsein schafft, das Petra mit ihren Aktivitäten ja fördern will. Und wer dieses Umdenken unterstützen will, ist auch bereit, etwas mehr zu zahlen.“ Das Bio-Shampoo ist ein Konzentrat, das Neumann nach der Formel 1:7 verdünnt. Die beiden Varianten: Rosmarin und Hafer „2 in 1“ (Shampoo & Care), zusätzlich gibt es ein Haarbalsam im Angebot.

Petra Neumann könnte jedenfalls, wie sie sagt, nicht mehr in einem normalen Laden arbeiten, auch wenn sie eben dort das Handwerk gelernt, Lehre und Meisterprüfung absolviert, lange bei ihrem Vater gearbeitet hat und zuvor in Koblenz selbst ein viel größeres Geschäft hatte. Doch in dem kleinen Laden an der Bilker Allee fühlt sie sich wohl und kann auf ihre Stammkundinnen bauen, die bereit sind, diesen Weg ohne Haarspray und andere Chemie mit der Naturfriseurin zu gehen. „Das ist halt ein ganz anderes Schönheitsempfinden und nicht unbedingt für jeden etwas.“ Wer etwa seine Haare blondieren lassen will, ist bei Petra Neumann falsch.