Friedrichstadt: Friedrichstraße bleibt ein Provisorium

Friedrichstadt: Friedrichstraße bleibt ein Provisorium

Der Bahnverkehr verläuft seit einem Jahr unterirdisch, doch eine Entlastung spüren die Anlieger der Friedrichstraße nicht.

Im richtigen Licht wirkt es so, als hätte die Friedrichstraße sich seit den Bauarbeiten für die Wehrhahn-Linie nicht verändert. Die Schienen sind noch da, die schwarz übermalte Sperrmarkierungen für die Straßenbahn schimmert noch auf dem Asphalt. Auch die geschwärzten Abbiegespuren für Radfahrer wirken noch gefährlich "echt", vor allem bei Dunkelheit und Regen. Dennoch will die Stadt bis zum umstrittenen Umbau der Straße in eine Flaniermeile nichts am provisorischen Zustand ändern - trotz Kritik der Anlieger.

"Den ganzen Tag wird gehupt, geknallt hat es auch schon"", sagt der Juwelier Klaus Feld, der chaotische Szenen von seiner Ladentheke aus beobachtet. Seiner Meinung nach ist der breiter markierte und dennoch wenig genutzte Radweg ein Fehler: Bei normaler Breite hätten zwei Fahrstreifen für Autos Platz und Berufsstau verhindert werden können.

Laut Verwaltung ist die Unfallzahl seit dem Umbau nicht gestiegen, doch Grund zur Kritik finden die Anlieger auch im alltäglichen Drängeln, der fehlenden Kennzeichnung von Halteverboten auf der Straße und den "Phantommarkierungen", die laut Bernhard Piltz (FDP) gerade für Auswärtige eine Gefahr darstellen. Er wies die Stadt auf die Gefahrenzonen für Radfahrer hin und fragte, warum die Streifen übermalt und nicht abgefräst werden. Die Antwort: Auch danach seien sie noch sichtbar, weshalb der "Nachteil" bis zur Erneuerung der Fahrbahn in Kauf genommen werde.

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Dass die Straße, wie von der Verwaltung mitgeteilt, kommendes Jahr umgebaut wird, bezweifelt nicht nur Piltz. Claudia Bremer, Vorsitzende der Interessengemeinschaft Friedrichstraße, erinnert an ein Versprechen, laut dem "mit Inbetriebnahme der Wehrhahn-Linie" die Straße erneuert werden sollte. Bremer glaubt, dass sich der Baubeginn durch den Umbau der Schadowstraße verzögere. In Teilen sei sie zufrieden mit der derzeitigen Lösung: "Durch den Radweg ist es sicherer als vorher." Bremer sei zuversichtlich, dass sie und ihre Mitstreiter bei der Planung mitreden können. Dass in das Provisorium nicht investiert werden soll, könne sie verstehen, "aber es gibt Sachen, die müssen geändert werden".

Allem voran nennt Bremer die Herzogstraßen-Kreuzung. Autofahrer überfahren beim Rechtsabbiegen die Fahrradspur, zudem sei die Zusammenlegung der zwei Fahrspuren nicht ausgeschildert. Faktisch endet die Zweispurigkeit schon vor der Kreuzung, der Abschnitt, der zum Einfädeln gedacht ist, ist meist durch Einkaufende und Lieferanten illegal zugeparkt. Was folgt, nennt die Verwaltung in ihrer Antwort auf die FDP-Anfrage "Spurwechselunfälle mit Blechschäden". Die Schuld liege auf Seiten der Bürger: "Werden die Bereiche entsprechend der angeordneten Halteverbote frei gehalten, ist laut den Verkehrsmanagern nach der Kreuzung genügend Raum zur Verflechtung gegeben", teilte die Stadt auf RP-Anfrage mit.

Zumindest eines soll sich aber verbessern. In den Osterferien lässt die Stadt am Gehsteig neben der Linksabbiegerspur vor der Kreuzung mit der Herzogstraße ein Geländer anbringen, das illegales Halten und Aussteigen verhindern soll.

(bur)
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