Friedrichstadt: So war der Abend 2018 auf der Friedrichstraße

Einkaufen: Einkaufsabend soll nur der Anfang sein

Die Initiatoren planen weitere Events auf der Friedrichstraße.

Seit die WestLB aufgelöst und der Stern-Verlag geschlossen wurde, hat die Friedrichstraße merklich an Kundenpotential verloren. Dietmar Wolf, Grünen-Politiker in der Bezirksvertretung 3, wollte in seinem Viertel gegensteuern und fand unter zahlreichen Einzelhändlern, und auch Ketten, engagierte Mitstreiter für die Belebung der Einkaufsmeile. „Die Friedrichs“, wie sich das Team nennt, präsentierte als erstes Ergebnis der Initiative die Veranstaltung „Dein Abend auf der Friedrichstraße“, an dem sich insgesamt 43 Einzelhändler, Dienstleister und Gastronomen beteiligten.

Besondere Aktionen hatten sich die Organisatoren ausgedacht – Musik, Zirkus, Gastronomie. Und obwohl das Wetter nicht besser hätte sein können, verlief sich das Publikum ein wenig auf der Einkaufsmeile zwischen dem Bahnhof Bilk und dem Graf-Adolf-Platz, einige Anbieter aber bekamen ein gutes Feedback,der Metzgerei-Imbiss Pick & Goertz ebenso wie der Holycraft Beer Store, wo DJ Sascha mit Clubsounds das „Beer-Tasting“ musikalisch begleitete.

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„Für den Kick-off dieser Straßen-Präsentation sind wir mit der Resonanz sehr zufrieden, wir werden weitermachen, mindestens einmal im Jahr. Und vielleicht werden wir es in Zukunft auch schaffen, dieses Fest auf einer gesperrten Straße zu veranstalten, wie beim Lorettostraßenfest“, sagt Thorsten Kulmann, Mitinhaber des Spezialladens für Craft-Biere und Mitinitiator der Aktion. „Perspektivisch sehe ich mit dieser Aktion auf jeden Fall eine Möglichkeit, die Straße nachhaltig zu beleben. Ein willkommener Nebeneffekt ist zudem, dass die Einzelhändler sich mal kennenlernen, was wichtig für weitere gemeinsame Aktionen ist, an denen sich auch noch mehr beteiligten könnten“, meint Carsten Behr von Orthopädie-Schuhtechnik Schönwalder, der für eine Spende an die Caritas-Kindereinrichtung St.-Raphael-Haus Hände und Füße von Passanten in Gips goss.

Die Ursachen für die Probleme der Friedrichstraße sehen die Einzelhändler auch im Straßenverkehr. „Der Radweg, den ich sehr gut finde, hat leider nicht zu einer Verringerung des Autoverkehrs geführt, im Gegenteil. Der Autoverkehr ist dadurch dichter, lauter und viel stressiger geworden“, sagt Gitte Schiefer. Die Mitarbeiterin bei Oxfam würde am liebsten den Autoverkehr komplett verbannen und die Friedrichstraße stattdessen zu einer Fußgängerzone machen. „Ich möchte einerseits, dass die Friedrichstraße überleben kann, und das geht nur über ein attraktives Angebot. Anderseits liebe ich diese Straße wegen ihrer Normalität, Konsum über Touristenströme und Hipster-Schicki-Micki wie an der Loretto- oder Ackerstraße brauche ich hier nicht“, meinte Sabine Wisske. Sie wohnt in Unterbilk und freute sich sehr über den Abend an der Friedrichstraße, in ihrem Veedel, auf ihrer Einkaufsmeile vor der Tür.

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