Flingern: "Zakk findet Stadt" endet nach drei Jahren

Flingern : "Zakk findet Stadt" endet nach drei Jahren

Konzerte, Poetry-Slams, Urban Gardening - mit dem Projekt wurde Kultur in die Stadtteile gebracht.

Ein wenig wehmütig blicken die Mitarbeiter des Projekts "zakk findet Stadt" auf die letzten drei Jahre zurück. 2015 verließen sie ihre Räume im zakk und machten sich auf, Kultur in die Stadtteile zu bringen, die in dem Bereich eher benachteiligt sind. Dabei ermöglichten sie in Kooperation mit den Stadtteilen sowohl niederschwellige Angebote, wie Livemusik oder Kabarett in Rath. Die größte Aktion war das "Urban Gardening" in Eller und Wersten. An verschiedenen Orten in den Stadtteilen wurden letztes Jahr Hochbeete aufgestellt, die von mehr als 30 Paten betreut wurden. Die Kampagne stieß auf große Begeisterung. Initiativen wie "Düsselgrün" zeigten Interesse, auch öffentliche Hochbeete aufzustellen. "Wir hatten sogar einen ganz großen Glücksfall" erzählt Projekt-Mitarbeiter Benjamin Lowinski. "Jemand aus Wersten hat uns zwei Schrebergartenparzellen zur Verfügung gestellt." Dort wurde ein großer Gemeinschaftsgarten, die "Grüne Flora" angelegt.

Dieser wird mittlerweile von Ehrenamtlichen organisiert und betreut und bleibt auch nach Abschluss des Projekts erhalten. Der Garten diente aber nicht nur dem gemeinschaftlichen Lebensmittelanbau. Events wie ein Streetart-Workshop oder ein Mitmachzirkus sorgten für Kultur im Grün. Für die Veranstalter war das dreijährige Projekt ein Erfolg. "Wir haben festgestellt, dass ein Bedarf an kulturellen Angeboten in den Stadtteilen weiterhin vorhanden ist und wahrscheinlich auch noch wachsen wird", so Lowinski. Gerade in sozial schwächeren Gebieten sei es wichtig, günstige oder auch kostenlose kulturelle Veranstaltungen zu offerieren. Sie seien allerdings auch überrascht gewesen, wie wenig Menschen sich bei manchen Aktionen angesprochen fühlten. Für viele sei die Hemmschwelle, mitzumachen oder sich zu informieren, zu hoch gewesen, berichtet der Projektmitarbeiter. Andere konnten gar nicht glauben, dass Aktionen wie Konzerte oder Poetry-Slams gratis veranstaltet wurden. Gerne würde das Zakk das Projekt weiterführen. "Allerdings brauchen wir die Förderung dafür", so Lowinski.

Ganz beendet ist das Projekt noch nicht. Zum Abschluss veranstaltet das Zakk zwei Open-Air-Festivals mit Live-Bands. Am 15. Juni wird ab 18 Uhr die Wiese am S-Bahnhof Rath bespielt. Am Tag darauf können sich die Besucher ab 15 Uhr "auf dem Deckel" in Wersten über kostenlose Livemusik freuen. "Wir sorgen für die Musik und um Essen und Getränke, können sich die Zuhörer kümmern", so Lowinski.

(RP)
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