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Wo beim Verkehr in Flingern und Düsseltal der Schuh drückt

Verkehr : Die Verkehrsdefizite im Stadtbezirk 2

Düsseltal und Flingern bilden zusammen einen klassischen Durchfahrbezirk, sagt Bezirksbürgermeister Uwe Wagner. Das gehe nicht ohne Einschnitte bei der Lebensqualität, die Probleme seien aber beherrschbar.

Über die Grafenberger Allee bis zum Wehrhahn fahren die Menschen aus dem Düsseldorfer Osten, um in die Innenstadt zu kommen, der Lastring verbindet den Norden mit dem Süden, und umgekehrt. „Wir sind ein klassischer Durchfahrbezirk“, sagt Uwe Wagner, Bezirksbürgermeister im Stadtbezirk 2, zu dem Flingern und Düsseltal gehören. Entsprechend muss die Politik auch auf die Belastung reagieren, vor Jahren ist einmal die Ortsumgehung Flingern eine Idee gewesen, „sie hatte ihren Charme, hätte die B8 entlastet“, sagt Wagner. Aber über die Ortsumgehung spricht man heute nicht mehr, ohnehin sieht Wagner seinen Stadtbezirk nicht als so problematisch an.

Versuch Punktuell will er Zeichen setzen, die Lindemannstraße etwa, an der sich das Goethe-Gymnasium und die Paulus-Grundschule befinden, will er entschärfen. Sie ist eine von drei Hauptstraßen im Stadtgebiet, auf der 2017 Tempo 30 eingeführt wurde. Auch wenn die Zwischenbilanz des Tests eher mäßig ausgefallen ist, weil viele Autofahrer sich nicht an die Geschwindigkeitsreduzierung halten, hält Wagner trotzdem fest an dem Versuch: „Die Strecke, auf der 30 gilt, ist zu kurz“, sagt er und würde das Tempolimit gerne ausweiten – vom Brehmplatz bis zur Goethestraße.

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Zudem hat sich die Politik im Stadtbezirk dafür eingesetzt, dass der Übergang für die Schüler über die hochbelastete B8, auf der sich mitten auf der Fahrbahn eine Straßenbahnhaltestelle befindet und die zudem schlecht einsehbar ist, einfacher wird. „Ein Baum wurde dafür unter anderem gefällt“, sagt Wagner.

Haltestelle Seit Jahren ein Dauerthema in der BV ist die Haltestelle Lindemannstraße (Ecke Grafenberger Allee). Zu wenig Platz haben die Passagiere beim Aussteigen, stehen zum Teil mitten auf der Straße. Besonders groß ist die Gefahr im vorderen Haltebereich, wo Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen ein- und aussteigen. „Früher haben wir gesagt, wir packen die Station nicht an, weil die Wehrhahnlinie kommt“, erinnert sich Wagner. In ersten Planungen hätte die Bahn noch bis zum Arbeitsamt fahren sollen. „Wir versuchen im Rahmen unserer Möglichkeiten das Thema voranzutreiben“, sagt der Bezirksbürgermeister, immerhin ist der Haltepunkt schon ein paar Meter in die Lindemannstraße hineinverlegt worden. Bei den Planungen zum Totalumbau der Station hat sich herausgestellt, dass die angrenzenden Häuser Anrecht auf Schallschutz haben. Dadurch zieht sich das Projekt in die Länge. Anfang dieses Jahres hieß es, Baubeginn soll voraussichtlich 2020 sein.

ÖPNV Viel Kritik haben Uwe Wagner und seine Mitstreiter erfahren, als für die Straßenbahn ein Fahrstreifen auf der Flurstraße schraffiert wurde. „Inzwischen ist das Feedback gut, nur die Zweite-Reiher-Parker sind nicht glücklich“, sagt Wagner, der die Straßenbahnen in seinem Bezirk beschleunigen will. Vorbild für die Maßnahme auf der Flurstraße ist die Grafenberger Allee gewesen, auf der die Bahnen bis nach Gerresheim durchfahren können. „Umso paradoxer ist es eigentlich, dass wir die Bahn auf der Uhlandstraße ausbremsen“, sagt Wagner. Mit Inbetriebnahme der Wehrhahnlinie sind plötzlich 60 Meter lange Züge unterwegs, „die viel lauter und ganz anders sind als die alte 708“, sagt Wagner, der unzählige Beschwerden bekommen hat von Anwohnern, deren TV-Empfang gestört werde und deren Häuser vibrieren, wenn die Bahnen vorbeifahren. „Beim Fernseh-Empfang gibt es eine Lösung: ein neues Antennenkabel“, weiß der Bezirksbürgermeister. Darum müssten sich allerdings die Hauseigentümer kümmern, im Gegensatz zum Lärm, den die Straßenbahnen verursachen, vor allem beim Einbiegen in die Uhlandstraße. „Im Augenblick werden dort die Schmieranlagen gemacht“, sagt Wagner, außerdem soll das Tempo von 50 auf 40 gedrosselt werden.

Und auch die Kritik der Anwohner der Humboldtstraße hat Wirkung gezeigt: Die Endhaltestelle der Linie 725 ist in einen Bereich an der Sennhütte verlegt worden, das passe wunderbar mit der Radwegeplanung über die Franklinbrücke zusammen. „Von dort kamen jetzt aber auch schon die ersten Beschwerden“, sagt der Bezirksbürgermeister.

Radverkehr Selbst ist Uwe Wagner viel mit dem Rad unterwegs, „es ist sicherer geworden und an vielen Stellen auch besser.“ Was aber fehlt, sind Fahrradständer, „man sucht als Radler ja schon fast so lange einen Parkplatz wie als Autofahrer“, so Wagner, der keinen Verkehrsteilnehmer gegen den anderen ausspielen will – Wagner fährt nämlich auch mit dem Auto -, irgendwann aber würden für Radstellplätze auch mal Parkplätze wegfallen müssen. „Wir versuchen das aber so lange, wie es geht zu vermeiden“, verspricht Wagner.

Parkplätze Ein leidiges Thema im Viertel sind die Pkw-Stellplätze, „das Problem haben aber nicht nur wir“, sagt Wagner und verweist auf andere Stadtteile wie Bilk, Unterbilk oder Oberkassel. „Es gibt Quartiersgaragen“, sagt Wagner, und einige Plätze seien darin auch noch frei, „aufgeführt sind alle auf der Seite der Stadt“. Klassische Tiefgaragen seien nicht mehr zukunftstauglich, findet Wagner, „wir müssen eine Infrastruktur schaffen für Elektromobilität“, ganz gleich ob für zwei oder vier Räder. Denn Uwe Wagner ist überzeugt, dass das Auto ein auslaufendes Modell ist. Lieber würde er Park&Ride-Plätze in den Außenbezirken schaffen, die sternförmig angeordnet sind.