Flingern : Vater wegen Missbrauchs angeklagt

56-Jähriger soll seine Tochter bei den Übergriffen auch gefilmt haben.

Zum zweiten Mal muss sich ein 56-jähriger Familienvater seit gestern für mehrere sexuelle Übergriffe auf seine kleine Tochter vor dem Landgericht verantworten. Schon vor zwei Jahren war er wegen einer Vielzahl ähnlicher Taten des Kindesmissbrauchs zu einer Haftstrafe von sieben Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Doch danach sind noch drei weitere Videos vom Missbrauch dieses Mädchens bis zu dessen sechstem Lebensjahr aufgetaucht.

Dem Vater wird nun vorgeworfen, auch jene Videos selbst angefertigt zu haben, um das Bildmaterial über anonyme Internet-Adressen dann in einem Pädophilen-Netzwerk zum Tausch anzubieten. Laut der jetzt nachträglich erhobenen Anklage hatte der 56-Jährige mit dem 2008 geborenen Mädchen zwischen 2011 und 2014 gezielt jene kinderpornografischen Aufnahmen hergestellt, um hinterher im Internet damit zu schachern. Für eine der Aufnahmen soll er mit dem Kind nach Bremerhaven gefahren sein, um das Mädchen dort gemeinsam mit einem Helfershelfer in dessen Wohnung zu missbrauchen.

In den beiden anderen Filmen, die ebenfalls von massiven Übergriffen auf das Mädchen gefertigt wurden, soll der Vater laut Anklage seine Taten gegenüber dem Kind noch in schlimmster, menschenverachtender Weise kommentiert und heruntergespielt haben. Doch auch bei der Verlesung dieser ungeheuerlichen Anklagepunkte ließ sich der 56-Jährige gestern keine Reaktion anmerken. Durch die nachträglich erhobene Anklage wegen der drei Zusatz-Fälle will die Staatsanwaltschaft beim Landgericht jetzt eine neue, höhere Gesamtstrafe gegen den Vater durchsetzen.

Speziell wegen der erdrückenden Beweislage wird an einem der nächsten Prozesstage mit einem Geständnis des Vaters gerechnet. Ein Urteil soll Mitte Juli verkündet werden.

(wuk)