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Flingern: Streit um Wohnprojekt an Ackerstraße

Flingern : Streit um Wohnprojekt an Ackerstraße

An der Ackerstraße gibt es Ärger. Anwohner sind genervt vom Lärm einer Großbaustelle. Sie fühlen sich von der Stadt im Stich gelassen.

Seit acht Monaten wird in einem Hofgelände hinter dem Gebäude an der Ackerstraße 144 gearbeitet. In dem Areal zwischen Acker-, Neander-, Hermannstraße und Grafenberger Allee werden alte Gewerbehallen umgebaut und unter dem Namen "Ackerloft 144" insgesamt 35 Eigentumswohnungen geschaffen. "Wir sind inzwischen vom Lärm völlig zermürbt. Unsere Lebensqualität leidet und zudem belastet Lärm ja auch die Gesundheit", sagt Anwohnerin Veronika von Tetterode.

Sie hat sich deshalb der Initiative gegen Baulärm/Ackerloft angeschlossen, um eine Minderung des Lärms zu erreichen. "Denn bisher ist nichts passiert, obwohl wir uns mehrfach bei verschiedenen Stellen beschwert haben", sagt Ulrike Park. Die Vorwürfe der Initiative sind groß. Es werde bis zu zwölf Stunden am Stück laut gearbeitet und auch am Samstag herrsche bis 14 Uhr keine Ruhe. Durch den Anlieferverkehr käme es schon vor sieben Uhr zu Störungen. Der Betreiber der Gaststätte "Zum Nudeln" Bülent Topuz beklagt zudem Umsatzeinbußen von bis zu 500 Euro täglich durch Lärm und Dreck.

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Ulrike Park persönlich ärgert es, dass ein vor drei Wochen an das Umweltamt gerichtetes Schreiben bislang unbeantwortet blieb. Erreicht werden soll, dass die Stadt Lärmmessungen durchführt und dafür sorgt, dass geräuschärmere Baumaschinen eingesetzt werden. "Die Stadt muss doch endlich ihre Aufgabe, uns Bürger zu schützen, wahrnehmen", sagt Tetterode.

Das Umweltamt hat aber bereits reagiert. "Die Baustelle wurde mehrfach geprüft und zwar von verschiedenen Seiten wie dem Umwelt- und dem Bauaufsichtsamt", sagt Jens Bode, Projektentwickler der Fitis GmbH. "Wir wissen, dass es Arbeiten gibt, die extrem laut und belastend sind, aber alles liegt noch innerhalb der Norm und wir halten alle Vorschriften ein." Als unwahr bezeichnet er einige der Behauptungen. "Wir arbeiten nicht durch, sondern halten jeden Tag mittags eineinhalb Stunden Ruhezeit ein. Und am Freitag und Samstag ist das Abbruchunternehmen nie auf der Baustelle." Der Generalunternehmer, die Schmeing Baugruppe, sei zudem eine erfahrene Baufirma, die bereits die Schwanenhöfe realisiert habe. "Die wissen, was sie tun."

Bode versteht auch nicht, warum sich die Initiative nicht an ihn gewendet hat. "Wir haben zu Baubeginn ein Informationsschreiben mit dem Zeitplan und unseren Telefonnummern verteilt und sind immer ansprechbar." Er erklärt, dass nun der größte Lärm beendet sei, es nur noch einmal richtig laut werden würde, wenn das Vorderhaus an der Ackerstraße 144 ab Spätherbst kernsaniert würde.

Über dieses Vorhaben ist aber auch schon länger Streit entbrannt. Die Altmieter sollen ausziehen, deshalb wurde ihnen gekündigt. Auch hier steht wieder Aussage gegen Aussage, wird von Lügen und Schikane gesprochen. Bewohner Yusmus Evceoglu behauptet etwa, dass ihm unrechtmäßig gekündigt wurde. Bode erzählt, dass alles rechtens sei und deshalb eine Räumungsklage große Aussicht auf Erfolg habe, die noch in dieser Woche verhandelt werde. Den Mietern seien hohe Entschädigungen und Ersatzwohnungen im Umfeld angeboten worden, was diese wiederum bestreiten. Einigkeit herrscht bei beiden Seiten nur darüber, dass das Ganze "sehr ärgerlich ist".

(brab)