Flingern: Rockfestival im Wohnzimmerformat

Flingern: Rockfestival im Wohnzimmerformat

Mit der sechsten Auflage von "Rock am Kraftwerk" lockte Gerald Rademacher Musikfans in das Schützenhaus in Flingern.

Ab 16 Uhr strömten am Samstag die ersten der insgesamt rund 150 Zuschauer in das kleine Schützenhaus im Schatten des Kraftwerkes in Flingern, nach knapp acht Stunden Live-Rock-Musik waren die meisten immer noch da. "Zulauf und Resonanz sind überwältigend", sagt Gerald Rademacher - genannt "DJ Radi" - freudestrahlend. 2015 rief der 58-jährige Taxifahrer, der nebenberuflich als DJ unterwegs ist, die Veranstaltungsreihe ins Leben, die seitdem drei Mal im Jahr stattfindet.

Der Stein kam ins Rollen, nachdem Rademacher die Facebook-Seite "Live Musik und Veranstaltungen in Düsseldorf" gegründet hatte. "Ich steh' einfach auf Live-Musik. Damals hat es mich geärgert, dass man von vielen Konzerten kaum etwas mitbekommen hat. Also hab ich zunächst die Seite auf Facebook gegründet, um gesammelte Informationen posten zu können." Dies war aber nur der erste Schritt, denn der leidenschaftliche Rock-Musik-Fan störte sich daran, pro Abend immer nur eine Band sehen zu können - so entstand die Idee zu "Rock am Kraftwerk".

In Eigeninitiative stellte er das Projekt auf die Beine, das sich längst in Düsseldorf etablieren konnte. "Mittlerweile schreiben mich unzählige Bands an, die gerne bei uns spielen wollen. Ein Zeichen, dass unser kleines Festival super ankommt. Ich versuche dann immer eine gute musikalische Mischung zu finden", so Rademacher weiter.

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Am Samstag sah der Rock-Musik-Mix fünf Bands und zwei Solokünstler aus Düsseldorf und der Umgebung vor. Das waren unter anderem die beiden Rock/Pop-Coverbands "Wicked Surprise" und "Prompt", aber auch die Heavy-Rock-Band "Tight", die dem begeisterten Publikum ordentlich einheizte. "Hier steht für niemanden das Finanzielle im Mittelpunkt. Das bisschen Geld, das nach Kostenabzug übrigbleibt, wird auf die Bands verteilt, auch wenn das oft nicht viel ist. Aber vor allem junge Bands haben hier natürlich die Chance, sich vor Publikum zu präsentieren."

Das war am Samstag unter anderem die Kölner Band "Randfigur" mit ihren vergleichsweise ruhigen Singer-Songwriter-Klängen. Das junge Trio um Chris (28), Mathias (25) und Julia (25) musste den krankheitsbedingten Ausfall des weiblichen Parts kompensieren. "Julia fällt heute leider aus, daher brauchen wir eure Unterstützung", erklärten die beiden. Als dann auch noch gleich zu Beginn ein Mikrofon aussetzte, konnte sich die Band ein Lächeln nicht verkneifen. "Das passiert doch nur, weil wir Kölner sind", sagte Chris schmunzelnd. Das war natürlich nicht ganz ernst gemeint, denn die dezimierte Kölner Band bekam ordentlich Unterstützung aus dem Publikum, wurde sogar am Ende lautstark zu einer Zugabe gedrängt. "Die Leute hier sind wirklich super drauf, eine wahnsinnige Atmosphäre", meinten Chris und Mathias nach ihrem Auftritt.

Vier Monate Vorbereitungszeit nimmt sich Rademacher für die Planung des Abends. "Wir würden das hier gerne noch größer aufziehen. Leider fehlt dafür momentan sowohl die Unterstützung der Stadt als auch weitere Sponsoren."

(RP)
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