Rock-Festival am Kraftwerk ist sehr familiär

Rockfestival in Flingern: Alina spielt am Kraftwerk

Obwohl es für Künstler nichts zu verdienen gibt, kommen sie gerne zum Festival „Rock am Kraftwerk“, das am 11. August stattfindet.

Eigentlich ist jedes Musik-Festival der „Rock am Kraftwerk“-Reihe eine eher familiäre, Veranstaltung. Es hat so was von „Hausmusik“ bei und mit Freunden in deren „Wohnzimmer“. Mehr gibt das Gelände des St. Rochus- St. Sebastianus Schützenvereins (Flinger Broich 3) auch gar nicht her. „Wir haben uns alle lieb. Die Musiker kennen sich meistens gut, auch die Zuschauer kennen sich inzwischen untereinander. Es kann jeder kommen, auch Kinder. Wir fangen ja schon um 15 Uhr an“, erläutert „Rock am Kraftwerk“-Macher Gerald Rademacher. Klar, dass die meisten Musiker und Bands aus der Landeshauptstadt kommen.

Die Bühnenkünstler müssen jede Menge Leidenschaft für Musik mitbringen, denn zu verdienen gibt es im Schatten des Kraftwerks Flingern nichts, auch für Rademacher nicht. Und doch hat sich der „sehr kleine Bruder von Rock am Ring“ internationales Renommee erworben. Denn mit „Mixed up everything“ kommt eine Band aus dem australischen Melbourne bei ihrer Europapremiere zum Open Air Festival am Samstag, 11. August, zum Schützenverein. Todd, Kevin, Blake und Koby Dhima sind Brüder und nicht älter als 18. In den sozialen Medien haben sie mehr als 100.000 Follower und machen so „Rock am Kraftwerk“ auch in „down under“ bekannt, denn der Gig in Flingern steht auf ihrem Tourneeplan im Web. Nach ihrem ersten Konzert in Europa, die Aussie-Rocker spielten Anfang August in Prag, ist der Düsseldorf-Gig erst ihr zweiter Auftritt auf dem alten Kontinent. In ihrer Heimat sprang ihr Titel „Counterfeit“ in der Australia ABC Top 100 direkt von null auf Platz eins. Im März 2018 wurde das Bruder-Quartett als Band des Monats, in der Cherry Bar in Melbourne (wo es auch für AC/DC begann) ausgezeichnet.

Ausgezeichnet ist auch Alina Sebastian. Die Singer-Songwriterin hat bereits zwei Musikpreise abgeräumt. 2012 gewann sie den Talentwettbewerb der Euregio Wirtschaftsschau in Aachen mit „The Melody of life“, einem eigenen Song. 2014 sicherte sie sich in der Kategorie „Singer“ den Deutschen Rock und Pop-Preis.

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Sebastian ist das Paradebeispiel für den Charakter von „Rock am Kraftwerk“. „Wenn man Musik aus meinem Leben entfernen würde, wäre mein Zimmer, mein Kopf, wäre ich leer. Ohne Musik möchte ich nicht leben“, erklärt Sebastian. Sie ist Rademachers Nichte und wird bereits zum dritten Mal dabei sein. „Wir haben enge Kontakt. Ich bin schon als kleines Mädchen in Düsseldorf rumgelaufen. Ich liebe diese Stadt“, so Sebastian.

Mit ihren Auftritten finanziert sie ihr Studium zur Musikproduzentin in Osnabrück. Dass sie ohne Geld aus Flingern wieder nach Hause fahren wird, akzeptiert sie bedenkenlos. „Für die Familie mache ich das gerne. Und es macht sehr viel Spaß bei Rock am Kraftwerk“, urteilt die stimmgewaltige Sängerin.

Beim Open Air 2018 am Schützenhaus in Flingern treten insgesamt sechs Bands, zwei Singer/Songwriter und als Überraschungsgast die erst 16-jährige Julika Elisabeth auf. Dafür müssen Musikfans 15 Euro bezahlen. Davon wird ein Euro für „Froschkönige gegen Kinder-Armut in Düsseldorf“ gespendet. Weiterhin werden Tickets für die ausverkauften „Tote Hosen“-Konzerte am 12. und 13. Oktober in der Esprit Arena verlost.

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