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Handlungskonzept Wohnen in Düsseldorf: Kaum 15 Prozent bezahlbarer Wohnraum im Stadtbezirk 2 entstanden

Bauen in Düsseldorf : 1428 Wohnungen für Stadtbezirk 2

Bei Neubauprojekten sollen 40 Prozent öffentlich geförderter oder preisgedämpfter Wohnraum entstehen. Damit will die Stadt sicherstellen, dass sich niht nur Reiche das Leben in Düsseldorf leisten können. 1428 Wohnungen wurden zwischen 2013 und 2019 im Stadtbezirk 2 gebaut. Im bezahlbaren Segment sind davon aber weniger als 15 Prozent.

Bei nahezu jedem Bauvorhaben, das der Politik in den zehn Düsseldorfer Stadtbezirken zur Abstimmung vorgelegt wird, ist das Handlungskonzept Wohnen (HKW) ein Thema. Im Stadtbezirk 2 hatte Ben Klar von den Linken nun eine Anfrage zum HKW gestellt. Er wollte unter anderem wissen, wie viele Wohnungen seit 2013 – damals beschloss der Rat in Düsseldorf das Handlungskonzept – in Flingern-Nord, -Süd und Düsseltal gebaut wurden und wie viele davon im öffentlich geförderten und preisgedämpften Bereich liegen. Das Ergebnis: Weniger als zehn Prozent der Wohnungen sind öffentlich gefördert, weniger als fünf Prozent liegen im preisgedämpften Bereich.

Im Stadtbezirk 2 sind zwischen 2013 und 2019 insgesamt 1428 Wohnungen fertiggestellt worden. 89 davon im öffentlich geförderten Segment und 65 im preisgedämpften im Thyssen-Trade-Center und im Living Circle. 35 weitere Wohnungen wurden im öffentlich geförderten Wohnungsbau an der Hohenzollernallee und Schlüterstraße gebaut. Nicht mehr in der Statistik berücksichtigt sind die Neubauten in Grafental, die erst in diesem Jahr fertig wurden.

Die Politik kämpft seit Jahren um jeden Quadratmeter bezahlbaren Wohnraum, in Düsseldorf besteht wie in vielen Großstädten eine hohe Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt. Das hat in den vergangenen Jahren zu einem steigenden Kauf- und Mietpreisniveau geführt. Die Stadt Düsseldorf steht vor der Herausforderung, ein ausgewogenes Wohnraumangebot in allen Preissegmenten weiterhin sicherzustellen. Mit dem HKW sollen bei Neubauprojekten 40 Prozent preisgedämpfter und geförderter Wohnraum entstehen.

Es gibt kaum ein Viertel in der Landeshauptstadt, das sich in den vergangenen 20 Jahren so verändert hat wie Flingern-Nord. Aus einem Stadtteil mit schlechtem Image, niedrigen Mieten und zum Teil leerstehenden und heruntergekommenen Altbauten ist ein Szeneviertel mit Bars, Gastronomie, Ateliers und hübschen, kleinen Einkaufsstraßen geworden. Der Aufstieg von Flingern-Nord ließ automatisch die Mieten und Kaufpreise ansteigen. Mit dem Handlungskonzept soll ein ausgewogenes Wohnraumangebot geschaffen werden, ohne das hohe qualitative Niveau hinsichtlich Städtebau und Architektur zu vernachlässigen.

Seit dem Beschluss 2013 hat es zwei Anpassungen beim HKW gegeben, die letzte im vergangenen Juni. Darin wurde unter anderem der Startwert der preisgedämpften Nettokaltmiete angepasst und liegt seit dem Sommer bei 9,80 Euro pro Quadratmeter. Die Optimierung der Startwerte hängt mit veränderten Baukosten zusammen.