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Gedenken an NS-Opfer in Düsseldorf: Düsseldorfer polieren Stolpersteine

Gedenken in Düsseldorf : Düsseldorfer polieren Stolpersteine zum Gedenken an NS-Opfer

Am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus wollten einige Düsseldorfer trotz Corona ein Zeichen setzen. Sie schrubbten die Steine, legten die Biografie der Menschen dazu und eine Rose.

Zwei Stolpersteine liegen an der Hermannstraße vor dem Haus mit der Nummer 5. Einer für Ludwig Heilbronner, einer für seine Frau Emma. Das Ehepaar wurde deportiert und 1941 in Minsk ermordet. Mahnmale, an denen man zu oft achtlos vorbeiläuft, findet Dorothea Voss-Dahm, die trotz Corona am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus ein Zeichen setzen wollte. Zufällig war sie im Verteiler der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, die für Köln eine Putzaktion plante. „Die meisten Gedenkveranstaltungen sind ausgefallen“, sagt Voss-Dahm, die sich relativ spontan mit Mitgliedern der Emmaus-Kirchengemeinde und der Mahn- und Gedenkstätte zusammenschloss, um Stolpersteine zu putzen.

Voss-Dahm war in Flingern unterwegs, Studentin Mia Balk in Friedrichstadt. „Ich habe mich gefreut, dass es auch noch andere in Düsseldorf gibt, die sich kümmern“, sagt Balk. Sie war um fünf Uhr morgens gemeinsam mit einem Kommilitonen losgezogen. Er hielt die Taschenlampe, sie schrubbte. 13 Stück wollte sie in Friedrichstadt putzen, „einer glänzte schon, und es lagen eine Rose und eine Kerze daneben, als ich ankam“, erzählt Mia Balk.

Insgesamt 32 Steine haben die Frauen in Düsseldorf und noch mal zehn in Osterath aufgesucht, dazu die Biografie jedes Opfers des Nationalsozialismus ausgedruckt und laminiert und zusammen mit einer Rose am Stein abgelegt. Die Aktion soll keine einmalige gewesen sein, „jetzt wo man die Biografien kennt, wachsen einem die Stolpersteine ans Herz“, sagt Voss-Dahm, die öfter nachschauen will, ob die Steine mal wieder poliert werden könnten. Kaum zwei Minuten dauert das, ein bisschen Essigmilch reiche aus, um den Schmutz zu entfernen.