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Düsseldorfer Start-up bietet kontaktlos frisches Obst und Gemüse

Start-up aus Düsseldorf : „Gute Tüte“ statt Wochenmarkt-Besuch

Zwei junge Düsseldorfer haben ein Start-up-Unternehmen gegründet, mit dem sie kontaktlos frisches Obst und Gemüse aus der Region verkaufen. Besonders beliebt sind Karotten, Äpfel und Kartoffeln.

Kontaktlos und unabhängig von Öffnungszeiten einkaufen wie auf dem Wochenmarkt, das ist die Grundidee von Antonio Hover und Fawad Jacobi. Die beiden Düsseldorfer haben im August 2020 das Start-up „DieGuteTüte“ gegründet.

Bis zu fünfmal pro Woche machen sich Hover und Jacobi auf den Weg und fahren Hofläden von Bauern aus der Region ab. Ganz oben auf ihrer Einkaufsliste stehen Karotten, Äpfel, Kartoffeln und Eier. Diese Produkte sind derzeit bei den Kunden besonders gefragt.

Das Konzept der beiden ist einfach: Die Kunden bestellen online. Bevor sie ihren virtuellen Warenkorb packen, suchen sie den Standort aus, an dem sie später ihre Tüte abholen. Derzeit hat das junge Start-up Schließfächer an drei Orten in der City: am S-Bahnhof Friedrichstadt in der Hüttenstraße, in der Markus-Gemeinde Vennhausen und in Flingern. Dort haben sie im Hinterhof des „Quartier8“ in der Schwelmer Straße auch ihr Lager.

„DieGuteTüte“, die mit frischem Obst und Gemüse auf Bestellung gepackt wird, ist eigentlich eine Jutetasche. Die Firmengründer haben dabei Nachhaltigkeit im Blick. Papiertüten wären nur bedingt wiederverwendbar. „Jute ist ein strapazierfähiges und stabiles Material“, erklärt Antonio Hover ihre Entscheidung. Für die Tasche hinterlegen die Kunden bei ihrer Online-Bestellung ein Pfand in Höhe von 3,50 Euro. „Das wird ihnen gutgeschrieben, wenn sie die Tüte bei der nächsten Abholung wieder in das Fach der Station legen“, sagt Jacobi.
Ist die Internetbestellung abgeschlossen, bekommen die Kunden einen QR-Code, mit dem sie ihre voll gepackte Tüte aus einem der Schließfächer am ausgewählten Standort abholen können.

Der Tag beginnt für die beiden Unternehmer früh. Gegen 5.30 Uhr packen sie die Frischware und fahren sie dann mit einem Lastenrad zu den Abholstationen. „Die Kunden können bis 23:59 Uhr am Vortag bestellen“, sagt Jacobi.
Den Wunsch, gemeinsam ein Geschäft zu gründen, hatten die Studienfreunde schon lange. „Aber wir haben unsere Ideen immer wieder verworfen.“ Details aus der Planungsphase: „Wir leben beide nachhaltig, essen Bio-Obst und Gemüse. Da kam uns die Idee, ein Angebot zu schaffen, das den Einkauf von regional frischer Ware zeit- und ortsunabhängig macht“, sagt der 33-jährige Jacobi. Im Kopf hatten die beiden dabei vor allem Berufstätige, die am Wochenende lieber etwas mit ihrer Familie unternehmen, als Hofläden und Bauernmärkte abzufahren.

Beide haben Wirtschaftschemie studiert und saßen beruflich fest im Sattel. „Uns war klar, wenn wir die Idee umsetzen wollen, müssen wir uns voll engagieren“, erinnert sich Hover. Sie kündigten ihre Jobs und investierten alles, was sie hatten, in ihr Projekt. Zeitgleich zum ersten Lockdown erfuhr Antonio Hover im März, dass er Vater wird. Die Freunde beschlossen, es trotzdem zu wagen.

Drei Monate nach der Gründung waren sie im November 2020 online. Das Start-up will wachsen und sucht weitere Standorte im Stadtgebiet, die über Crowdfunding finanziert werden sollen.

Info Das Angebot von „DieGuteTüte“ findet sich auf der Homepage www.diegutetuete.de. Dort sind auch passende Rezepte zu den Produkten hinterlegt.