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Düsseldorf: Unverpacktladen Flinse in Flingern gibt auf

Einkaufen in Düsseldorf : Unverpacktladen Flinse gibt nach vier Jahren auf

In der Pandemie sank der Umsatz, ein neues Konzept hat nicht funktioniert. Inhaberin Christina Rau macht nach vier Jahren ihren Unverpacktladen in Düsseldorf-Flingern zu.

Gesunde Lebensmittel verkaufen, aber ohne Plastikverpackung – das war vor etwa vier Jahren die Idee von Christina Rau, die an der Lindenstraße den ersten Unverpacktladen Düsseldorfs eröffnete. „Flinse“ nannte sie ihr Geschäft, ein Wortspiel mit den Begriffen Flingern und Linse. Das Konzept kam gut an, das Geschäft lief. Aber nun ist der Laden geschlossen, Christina Rau hat aufgegeben.

„Das Kaufverhalten der Menschen hat sich in der Pandemie stark geändert“, sagt sie. Viele Kunden hätten vor Corona spätnachmittags auf dem Weg vom Büro nach Hause bei ihr einkauft, in Zeiten von Homeoffice wurde das anders. „Die Kunden kaufen nun eher dort ein, wo sie alles für den täglichen Bedarf bekommen und einen Parkplatz haben. Damit kann ich nicht mithalten.“

Zwar seien viele Stammkunden und -kundinnen weiter aus der Nachbarschaft gekommen, aber Umsatz in der Flinse sei unterm Stich stark zurückgegangen. „Vor allem das vergangene halbe Jahr war anstrengend, ich habe viel investiert und gekämpft bis zum Schluss.“ Eine Idee für die Rettung war, ihre Waren an die Kunden zu liefern. Aber nicht in jeden Haushalt separat, „das wäre aufwendig und nicht nachhaltig.“

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Ihr Konzept war, die Bestellungen zu sammeln und die Ware zu liefern in jene Firmen, in denen die Kunden arbeiten. „Diese Arbeit wollte und konnte ich aber nicht allein leisten, ich hatte einen Kooperationspartner.“ Der aber ist abgesprungen, damit war dieser Rettungsanker für die Flinse weg.

Schweren Herzens und recht kurzfristig hat Christina Rau daher das Aus für ihren Laden beschlossen. Nach einem letzten Tag mit Ausverkauf organisiert Rau nun noch die Abverkäufe von größeren Lagerbeständen und dem Inventar. Ende April ist dann endgültig Schluss mit der Flinse. Christina Rau blickt aber wohlwollend auf die vergangenen vier Jahre zurück. „Es war eine wertvoll und tolle Zeit, in der ich viele sehr gute Erfahrungen gemacht habe“, sagt sie. „Und vor allem habe ich viel Plastikmüll eingespart.“

In Düsseldorf gibt es nun noch zwei Unverpackt-Läden: „Pure Note“ an der Brunnenstraße in Bilk und Unverpackt Düsseltal an der Rethelstraße. Die drei Geschäfte haben einander nie als Konkurrenten gesehen, weil sie sich für die gleiche Sache einsetzen, Plastikverpackungen einzusparen. „Ich hoffe, meine Kunden unterstützen nun mit ihrem Kauf die Kollegen“, sagt Christina Rau.

Sie glaube noch immer fest an das Konzept, Lebensmittel ohne Plastikverpackungen verkaufen zu können und hofft, ihre Kenntnisse weiter geben zu können. Denn beruflich möchte sie dem Nachhaltigkeitssektor treu bleiben, sie habe in den vier Jahren viele Verbindungen geknüpft und ein großes Netzwerk aufgebaut. „Ich sage daher jetzt nicht Tschüss, sondern Auf Wiedersehen.“