Düsseldorf: Neue Ideen für die Verkehrsbelastung in Flingern

Verkehr in Düsseldorf : Neue Ideen zur Minderung der Verkehrsbelastung in Flingern

Um den Verkehr auf der Erkrather Straße zu vermeiden, soll die Durchfahrt durch den Höherweg nicht mehr möglich sein. Bei einer Stimmungsabfrage sprach sich schließlich die Mehrheit der Anwohner für die Vorschläge aus.

Pendlerverkehr, Lieferanten, Taxen, Schulbusse und natürlich Anwohner, die morgens mit ihren Pkw zur Arbeit fahren und abends auf der Suche nach einem Parkplatz im Viertel sind – eine Menge Verkehr fließt täglich durch Flingern. Ein Großteil davon soll in Zukunft vermieden werden. Darum ging es jetzt in einer Bürgerversammlung in der Freizeiteinrichtung Icklack, zu der rund 50 Nachbarn gekommen waren.

Bereits seit vier Jahren wird über die Verkehrsberuhigung auf Höherweg, Albertstraße und der Straße An der Icklack gesprochen. Mit einer möglichen Lösung soll es außerdem zu weniger Verkehr aus Engelbert-, Langer- und  Hubbelrather Straße kommen. Ratsherr Martin Volkenrath (SPD) stellte gemeinsam mit Lutz Niehüser von der Stadt ein Modell vor, das ab Oktober bis zum Sommer 2020 getestet werden soll. Zu diesem Zweck wird der vorhandene Kreisverkehr zwischen Höherweg und Albertstraße baulich angepasst. Dadurch ist ab Oktober kein Umfahren des Kreisverkehrs mehr möglich, stattdessen kann man von der Kettwigerstraße aus kommend über den Höherweg nur noch nach links auf die Albertstraße abbiegen. Von der Langerstraße aus biegt man ebenfalls nach links auf die Albertstraße in Richtung Behrenstraße ab und anders herum.

Um den Verkehr auf der Erkratherstraße zu vermeiden, ist eine komplette Durchfahrt durch den Höherweg somit nicht mehr möglich. Genau das ist nämlich die Problematik, die sich auf den betroffenen Straßen zeigt. Pendler und viele andere Fahrer, die den Verkehr auf den Hauptstraßen, oder einfach nur die Ampeln vermeiden wollen, weichen auf die kleineren Straßen aus. Dort halten sie sich weder an 30er-Zonen-Schilder, noch an Anlieger-frei-Beschränkungen.

Die vorgeschlagene Lösung bedeutet natürlich auch Einschränkungen für die Anwohner. Auch für sie stehen somit Umwege an, und zu Beginn kann man davon ausgehen, dass die südliche Albertstraße durch die Umleitung stärker befahren wird. Das Planungsteam ist sich allerdings sicher, dass die Straßen so auf lange Sicht deutlich unattraktiver für Pendler werden. Dass die nördliche Albertstraße und der westliche Teil des Höherwegs nun nicht mehr direkt aus Osten kommend befahren werden kann, sorgte für gemischte Gefühle.  Während einige der Anwesenden die längere Fahrt über Erkrather- und Langerstraße oder alternativ die Behrenstraße kritisierten, waren andere sofort bereit, das in Kauf zu nehmen. Karl Schmidt zum Beispiel. Er lebt genau auf dem Teil der Albertstraße, der zukünftig nur noch aus dem Norden oder Westen kommend befahren werden kann: „Damit kann ich aber absolut leben, wenn es dafür ruhiger auf den Straßen wird.“ Außerdem ist ein Durchkommen für Fahrradfahrer und Fußgänger natürlich weiterhin möglich.

Bei einer Stimmungsabfrage am Ende des Treffens, meldeten sich schließlich gut 35 Anwohner für das Pilotprojekt und nur sieben zeigten sich unzufrieden.

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